Kommentar Zukunftsvision Vernetzte Welt

Kürzlich fuhr ich mit dem Auto von einem Wochenendurlaub nach Hause. Offensichtlich war ich nicht die einzige, die an jenem Sonntag auf die Idee kam, eine längere Strecke auf deutschen Autobahnen zurücklegen zu wollen. Deshalb ging es mehrmals nur noch zäh voran und zweimal kam der Verkehr sogar völlig zum Erliegen. Könnten Connected Cars so etwas verhindern?

Ein hohes Verkehrsaufkommen zu Spitzenzeiten zu vermeiden dürfte kaum möglich sein; ein funktionierendes Informationsmanagement für die Autofahrer würde ich mir aber schon manchmal wünschen. Bei besagter Fahrt kam mir unter anderem das Verkehrsleitsystem verbesserungswürdig vor.

Denn einmal zeigte ein Wechselverkehrszeichen 60 km/h als erlaubte Höchstgeschwindigkeit an, obwohl weit und breit kein Stau in Sicht war. Später durfte ich mich laut der dynamischen Anzeige mit 120 km/h fortbewegen, allerdings wäre ich schon mit deutlich geringerem Tempo meinem Vordermann in den Kofferraum gefahren. Ebenfalls nicht hilfreich waren die angeblich aktuellen Verkehrsmeldungen, die ich über das Radio empfing. Insbesondere die Angaben zur Länge der Beeinträchtigungen erschienen mir nach Vergleich mit dem Kilometerstand meines Tachos am Stauanfang und -ende rein fiktiv.

Ein denkbarer Lösungsansatz zum Versorgen der Verkehrsteilnehmer mit aktuellen Informationen wäre zum Beispiel das Anbinden möglichst vieler Fahrzeuge ans Internet. Die Kraftfahrzeuge könnten Daten wie ihre Geschwindigkeit, den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und die derzeitigen Wetterverhältnisse in Echtzeit über das Netz übermitteln. Mittels leistungsfähiger Algorithmen müssten nun die von den Autos gelieferten Daten schnell ausgewertet werden und den Fahrern ebenfalls per Internet wieder zur Verfügung gestellt werden. Momentan ist das noch eine Vision. Doch liegt die Realisierung solcher und ähnlicher Szenarien noch in weiter Zukunft?

Connected Cars machen nur einen geringen Teil des Traums von einer komplett vernetzten Welt aus. Smart Factories und Smart Homes sind andere Komponenten dieser Zukunftsvision. Zum Verwirklichen solcher Ideen ist es nötig, eine große Anzahl von Geräten und Gegenständen mit einer IP-Adresse auszustatten. Im Internet der Dinge sammeln dann eine Unmenge von Sensoren Daten, die sich weltweit verwenden lassen. Ziel ist es, mit den durch die Verarbeitung der Sen­sordaten gewonnenen Erkenntnissen Abläufe in Unternehmen sowie im Privatbereich zu beschleunigen, Prozesse zu automatisieren und Prognosen zu optimieren. Kurzum: Das Leben soll einfacher werden.

Das Internet der Dinge steht zwar noch an seinem Anfang. Doch allein im vergangenen Jahr gingen etwa 5 Milliarden Objekte online. Verschiedene Modellprojekte in Fabriken und Wohnsiedlungen demonstrieren, was heute bereits machbar ist. Auch wenn die stetig wachsenden Datensammlungen zuweilen abschreckend wirken und berechtigte Zweifel bezüglich der Datensicherheit bestehen, wird die zunehmende Vernetzung von Gegenständen aller Art wohl nicht mehr aufzuhalten sein.