Wind River: »Multicore steht noch ganz am Anfang«

John Bruggeman, Chief Marketing Officer von Wind River, erklärt im Interview, vor welchen Herausforderungen die Geräte-Softwareindustrie steht und warum die Nutzung von Multicore-Systemen noch ganz am Anfang steht.

Wind River ist eine feste Größe im Markt der Embedded-Betriebssysteme. Aber in den letzten Jahren spielte sich das Geschäft eher im Stillen ab und große Ankündigungen waren selten. Wo steht das Unternehmen und wo sieht es seine Zukunft? Darüber sprach Elektronik-Redakteur Joachim Kroll mit John Bruggeman, Chief Marketing Officer von Wind River.

Herr Bruggeman, worin liegen derzeit die Herausforderungen im Bereich der Gerätesoftware, was brennt den Kunden unter den Nägeln?

Ich sehe da zurzeit zwei Strömungen. Erstens: die Hardware-Hersteller haben eine Agenda für technische Neuerungen, die sie auf den Markt bringen. Zweitens: Die Gerätehersteller haben beim Entwurf ihrer Geräte bestimmte Geschäftsmodelle im Sinn, mit denen sie erfolgreich sein wollen. Gegenwärtig befinden wir uns in einer Phase, wo beides zusammenkommt: Die neuen Technologien, das ist ganz klar die Multicore-Technik, die die Entwickler vor neue Herausforderungen stellt. Auf der Geräteseite wollen die Hersteller durch Konsolidierung von Systemen und Anwendungen die Kosten senken.

Die Herausforderung, vor der wir insgesamt stehen, ist, dass Multicore-Hardware mit dem Versprechen antrat, das Preis-/Leistungsverhältnis würde besser werden und Systeme und Anwendungen ließen sich konsolidieren - aber die Software konnte damit nicht schritthalten.

Und was hat Wind River bisher getan, um das zu verbessern?

Wir haben zunächst asymmetrisches und dann symmetrisches Multiprocessing eingeführt und schließlich die Virtualisierung ergänzt. Als nächstes haben wir auch die Tools angepasst, denn beim Einsatz von Multicore-Hardware können ganz neue Arten von Fehlern entstehen, für man neue Debugging-Werkzeuge braucht.