Leiterplattenentwurf Was gibt‘s Neues im PCB-Design?

PCB-Leiterplatten-Design
PCB-Leiterplatten-Design

Die PCB-Design-Software wird heutzutage als Brot-und-Butter-Ware eingestuft, die Preisspanne der Entwurfsumgebungen reicht von kostenlos bis hin zu sechsstelligen Euro-Beträgen. Durch modular konzipierte Entwurfspakete kann der Entwickler dabei wenigstens die Investitionskosten begrenzen

Ähnlich wie die verschiedenen Browser-Versionen von Google oder Mozilla im Monatstakt eine neue Versionsnummer zugewiesen bekommen, so erwecken auch manche Software-Häuser bisweilen den Eindruck, dass drei- bis viermal im Jahr neue Upgrades mit funktionalen Neuerungen generiert und mit einer neuen Versionsnummer ins Internet gestellt werden müssen. Inwieweit diese Versionsflut dem Anwender auch wirklich von Nutzen sein wird, weiß dieser erst, wenn er die neue Programmfassung aufgespielt und ausprobiert hat. Nachträgliche Bugfixes tauchen dann schnell im Internet als Workarounds auf und lassen erkennen, dass Software niemals als vollkommen ausgereift und damit fehlerfrei angesehen werden kann. Der Anwender ist also Beta-Tester, und dieses Procedere wird seit Jahrzehnten in allen Software-Branchen praktiziert. Das gilt genauso auch für die Software-Häuser, die PCB-Designplattformen für Schaltungsentwickler erstellt haben und vermarkten. Nachdem nun auch Bauteile-Distributoren eigenständige Entwurfsplattformen als Kundenbindungsmaßnahme anbieten, dürfte es für die Software-Häuser nicht einfacher werden, neue Kunden zu gewinnen. Einen kleinen Einblick, welche kommerziell verfügbare Entwurfsumgebungen es am deutschen Markt gibt, will dieser Übersichtsbeitrag liefern.

Was folgt auf das Versionskürzel 16.6?

Bei der Firma Cadence Design Systems, die ihre PCB-Designpakete über die Firmentochter FlowCAD vermarktet, gibt es zwei wichtige Entwurfsumgebungen namens OrCAD PCB und Allegro. Beide Plattformen bestehen aus einer Vielzahl einzelner Programmpakete, die auf bestimmte Prozessschritte abgestimmt sind. So auch die innerhalb der OrCAD-Designumgebung zusammengefassten Programmpakete Capture und PSpice, die es derzeit als Programmversion 16.6 gibt und mit TCL eine neue Script-Sprache erhalten haben. Damit lassen sich individuell Designeingaben und Simulationen anpassen und steuern. Mit OrCAD PSpice 16.6 wird zudem auch die Produktivität verbessert, indem die Konvergenz von Simulationen weiter verbessert wurde, was einen durchschnittlichen Gewinn von 20 Prozent bei der Simulationsgeschwindigkeit ausmacht.

Die Allegro-16.6-Umgebung wiederum lässt sich neuerdings in Microsoft SharePoint integrieren und bietet damit eine einzigartige Umgebung zur Zusammenarbeit, Produktentwicklung und Kontrolle. Die neue Programmfassung beschleunigt das Routing von -Timing-orientierten Netzen durch das Auto-interactive Delay Tuning (AiDT, siehe Bild 1 ). Mit dieser Funktion wird die benötigte Zeit, Timing-Constraints, z.B. für DDR3, zu erfüllen, um bis zu 50 % vermindert. Mit Hilfe von AiDT können die Anwender darüber hinaus auch das Timing von schnellen, kritischen Signalen rasch anpassen und so die notwendige Optimierung der Leiterbahnen innerhalb von Stunden anstelle von Tagen erledigen.

Des Weiteren unterstützen alle OrCAD- und Allegro-PCB-Design-Produkte das neue IPC-2581-Format für die Fertigung der Leiterplatten nach den heute aktuellen Standards. Ebenfalls ist das 3D-eCAD/mCAD-Austauschformat IDX in allen OrCAD- und Allegro-PCB--Design-Produkten freigeschaltet. Die Cadence-OrCAD/Allegro-16.6-PCB-Technologie steht seit dem 4. Quartal 2012 zur Verfügung und wird Kunden mit aktuellem Wartungsvertrag automatisch zugänglich gemacht. Wer die Software erst einmal testen möchte, sollte sich unter www.flowcad.de/Demo-DVD.php eine Demo-DVD bestellen.

Britische Software für Kunden auf allen Kontinenten

Das im britischen Tewkesbury ansässige Software-Haus WestDev Ltd. entwickelt ebenfalls PCB-Designpakete, die gegenwärtig als Pulsonix in der Version 7 weltweit vermarktet werden. Doch für den Verkauf und den Support zeichnen in Deutschland insbesondere die Firmen Peschges Variometer und Tecnotron Elektronik verantwortlich.

Die aktuelle Programmfassung unterstützt das STEP-Format, das inzwischen zum Industriestandard für 3D-Mechanik-CAD-Formate geworden ist. Die fertige Platine inklusive der bestückten Bauteile kann im STEP-Format aus der Pulsonix-Umgebung in ein Mechanik-CAD-System exportiert werden. Dort können diese Daten mit einem 3D-Gehäuse zusammengeführt werden und ermöglichen so die Überprüfung, inwieweit die bestückte Platine korrekt in das Gehäuse integriert worden ist. Eine STEP-Voransicht in Pulsonix erlaubt eine Überprüfung der STEP-Daten vor dem Export.