Computer-on-Modules Vielseitig und investitionssicher

COMs sind komplette Computer als Aufsteckmodule – ein immer noch sehr populärer Ansatz. Woran dies liegt und wo die Stärken und Schwächen des COM-Ansatzes liegen, haben wir Christian Eder, Marketing-Manager von congatec, und Peter Eckelmann, Produktmarketing-Manager bei MSC Technologies, gefragt.

»Viele Hersteller haben schon seit vielen Jahren Computer-on-Modules im Programm. Warum sind diese so beliebt?

Übereinstimmend stellen beide Firmenvertreter fest, dass der Vorteil, ein anwendungsspezifisches Embedded System aus einem standardisierten Computer-on-Module und einem kundenspezifisch entwickelten Carrier-Board aufzubauen, darin liege, dass sich dadurch anwendungsspezifische Systeme relativ schnell und einfach entwickeln lassen. »Viele Systemhersteller haben eingesehen, dass das Computer-Subsystem eines Systems nicht unbedingt zu dessen Kernkompetenz gehöre, zumal es mit hohen Aufwendungen an Personal und Entwicklungszeit einhergeht und ebenso aufwendig auf dem neuesten Stand gehalten werden muss«, stellt Peter Eckelmann fest und ergänzt: »Ein günstig zugekauftes Großserienmodul ist bereits getestet und kommt zudem noch mit dem fertigen BIOS beziehungsweise Bootloader und der Anpassung des Betriebssystems, sodass sich die eigentliche Entwicklung auf den Kern der Aufgabenstellung konzentrieren kann. Und ein unmittelbar laufbereiter Computer in der Mitte einer Entwicklungsplatine kann zudem vorteilhaft beim Debuggen der übrigen Systemfunktionen verwendet werden.«

Christian Eder bemerkt auch folgende Entwicklung: »Immer mehr komplett proprietär entwickelte Lösungen werden durch COMs ersetzt, weil damit schnell auf neue CPU-Technologien reagiert werden kann und eine Herstellerunabhängigkeit gegeben ist.«

Welche weiteren Vorteile bieten COMs?

Christian Eder stellt hier die Investitionssicherheit heraus: »Ein Carrier-Board-Design kann über mehrere CPU-Generationen verwendet werden«, und führt weiter aus: »Auch das Entwicklungsrisiko für den Systemhersteller ist niedriger, denn das komplexe CPU-Design kommt vom spezialisierten Modulhersteller.«

Auf die gleichen Vorteile verweist auch Peter Eckelmann und ergänzt: »Verfügt eine Anwendung über den standardisierten Stecksockel für ein Computer-on-Module, dann hat der Anwender die größtmögliche Flexibilität für das verwendete Rechenmodul. Es könnte zum Beispiel ein günstiges Modul mit einem niedriger getakteten Prozessor verwendet werden, um mit derselben Trägerplatine ein Einstiegssystem zu realisieren. Für weitere Abstufungen höherer Systemleistung kämen dann die mit stärkeren Prozessoren ausgestatteten COM-Module dieser Produktfamilie zum Tragen, während in den meisten Fällen sogar die Software dieselbe bleiben könnte, ebenso wie die übrige Hardware des Systems. Man spricht in diesem Fall gern von der ‚Skalierbarkeit‘ der Rechenleistung, die bei Anwendungen ohne modulare CPUs kaum darstellbar wäre.«

Zum Thema Investitionssicherheit gehört für Christian Eder auch die Verfügbarkeit von Komponenten, denn im Fall einer Produktabkündigung hilft die Modularität von COM-Anwendungen. Den Entwicklern stehe es dadurch frei, ein anderes Rechenmodul auszuwählen und ohne Änderungen an der Hardware in demselben Stecksockel auf der Trägerplatine zu betreiben. Peter Eckelmann gibt hier zu bedenken: »Meist wird man hier kleinere Anpassungen der Software vornehmen müssen, doch ist das ein geringer Aufwand im Vergleich zu einem kompletten Redesign von Hardware und Software.«