VIAs neuer Formfaktor: Pico-ITX sticht

VIA Technologies hat mit »Pico-ITX« einen neuen, sehr kleinen SBC-Formfaktor entworfen und mit »VT6047« auch gleich das erste Referenz-Design entwickelt.

VIA hat mit »Mini-ITX« sehr erfolgreichen einen SBC-Standard geschaffen, der auch von zahlreichen Embedded-Board-Unternehmen unterstützt wird. Mit »Nano-ITX« versuchte das Unternehmen, einen kleineren Formfaktor zu etablieren - bislang mit mäßigem Erfolg. Mit »Pico-ITX« hat VIA nun seinen bislang kleinsten Formfaktor vorgestellt.

Die Pico-ITX-Abmessungen von 100 x 72 mm sind nicht nur 75 Prozent kleiner als Mini-ITX, sie unterbieten auch PC/104 um rund 17 Prozent. Im Unterschied zu den beiden erwähnten Formfaktoren hat Pico-ITX allerdings keinen Erweiterungsbus, sondern verlässt sich ganz auf die On-Board-Schnittstellen. Diese sind für die geringe Fläche bei dem Referenz-Design »VT6047« recht üppig ausgefallen: SATA, IDE, VGA und Ethernet (10/100 MBit/s) bieten sogar die PC-üblichen Steckverbinder an, die anderen Schnittstellen nutzen »Header«. So finden sich beispielsweise die vier USB-2.0-Ports in einem eigenen Block wieder. Darüber hinaus bietet das Board 7.1-Audio inkl. Line-In und Mic-In, LVDS und DVI, PS/2 für Maus/Tastatur, COM-Port und einen optionalen Steckverbinder für HDTV und Bildverarbeitung. Für die Speicherausrüstung ist auf der Rückseite ein DDR-II-SO-DIMM-Sockel angebracht.

Die schrittweisen Verkleinerungen der Formfaktoren folgt klar VIAs CPU-Entwicklung: Waren die VIA-Prozessoren vor fünf Jahren noch 50 x 50 mm groß, so kommt die neueste Generation von C7- und Eden-Chips mit 21 x 21 mm aus. Mit dem als »Advanced All-in-One System Prozessor VX700« bezeichneten Single-Chip-Set gesellt sich ein weiterer, recht kompakter Baustein zum Grund-Design hinzu. Damit will sich VIA klar von der Konkurrenz - speziell Intel - differenzieren. Deren Chips können auch für Mini-ITX genutzt werden - tragen so aber auch zum Erfolg dieses Formates bei. Bei Pico-ITX hat VIA jedoch die Karten zu den eigenen Gunsten gemischt. Inwieweit die Kunden diese Single-Source akzeptieren, muss sich noch zeigen, das Referenz-Design hat jedenfalls eine interessante Funktionsdichte.