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Jahresbilanz 2015: Kontron erntet Ergebnisse seiner Umstrukturierung

Nach der umfangreichen Umstrukturierung und der Verlagerung des Firmensitzes ist das Unternehmen wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Für die Zunkunft aber sicherheitshalber keine zu ehrgeizigen Ziele.

Kontron-CEO Rolf Schwirz Bildquelle: © Joachim Kroll/WEKA Fachmedien
Kontron-CEO Rolf Schwirz: »Unsere Restrukturierung ist abgeschlossen. Das Unternehmen ist wieder profitabel.«

Im Geschäftsjahr 2015 konnte Kontron [1] seinen Umsatz um 2,4 Prozent auf 467,7 Mio. Euro steigern. Das operative Ergebnis, das wegen der hohen Restrukturierungskosten vor einem Jahr mit –5,1 Mio. Euro negativ war, ist nun wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt und beträgt 6,2 Mio. Euro. Allerdings ist der Auftragseingang des Unternehmens stark zurückgegangen – um 18 Prozent. Der Vorstandvorsitzende Rolf Schwirz sagte dazu, verantwortlich dafür sei, dass mit der Restrukturierung viele Kunden zunächst abgewartet hätten und dann, als sie wieder Vertrauen gefasst hätten, Mitte 2014 besonders viele Aufträge eingegangen seien. Der Effekt war im Geschäftsgebiet Industrial besonders ausgeprägt: Hier fiel der Auftragseingang nach einem besonders starken Jahr 2014 um 25 Prozent. Das sind keine guten Vorzeichen für das laufende Geschäftsjahr 2016, zumal Industrial im vergangenen Jahr die Hälfte des Kontron-Umsatzes in die Kassen spülte und damit der stärkste Geschäftsbereich war.

Auch das Geschäftsgebiet Kommunikation steht unter Druck. Hier sank der Umsatz um 5 Prozent, der Auftragseingang um 12 Prozent. Verantwortlich dafür sind laut Kontron veränderte Marktbedinungen mit einer deutlichen Verschiebung weg von Hardware und hin zu SDN (Software-Defined-Networks). Aufgrund dieser Verschiebung seien eine sinkende Rentabilität und eine Marktkonsolidierung der Branche zu beobachten.

Deal mit Foxconn

Gegensteuern will Kontron durch einen Deal mit Foxconn, der gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlägt: Kontron hat 49 Prozent von Kontron Kanada an die Foxconn-Tochter Ennocon (Taiwan) verkauft. Das spült 52 Mio. Euro in die Kasse von Kontron, womit sich das Unternehmen von seinen Schulden befreien will, die durch die Restrukturierungsmaßnahmen aufgelaufen sind.

Gleichzeitig wird Ennocon der bevorzugte Auftragsfertiger von Kontron, was Kosten senken soll. Schon in den letzten drei Jahren hatte Kontron die Zahl seiner Auftragsfertiger von 25 auf 5 reduziert. Ennocon ist einer davon, über den bisher ca. 10 Prozent der Aufträge liefern. Nun sollen mehr Fertigungsaufträge auf Ennocon übertragen werden. »Das wird etwa ein Jahr dauern,« sagt Kontron-Vorstandsvorsitzender Rolf Schwirz. »Und wenn wir schon Partner von Foxconn sind, dann denken wir, dass wir auch leichter an Aufträge aus dem riesigen Foxconn-Konzern kommen, der einen enormen Ausstattungsbedarf für die Fertigungsautomatisierung hat.« Auf diese Weise sollen auch wieder mehr Aufträge aus dem Industriesegment an Land gezogen werden.

Für das laufende Geschäftsjahr 2016 erwartet Schwirz einen Umsatz zwischen 460 und 480 Millionen Euro bei einem operativen Ergebnis zwischen 3 und 5 Prozent. »Das haben unsere Analysten als sehr konservativ eingestuft,« gibt Schwirz zu, »aber es richtet sich auch an den Geschäftserwartungen unserer Kunden aus, von deren Erfolg wir als Zulieferer ja abhängig sind.«