Telelogic verschwindet von der Landkarte

Seit Mitte 2007 liefen die Verhandlungen, im Juni 2008 war der Deal perfekt: IBM übernahm die schwedische Telelogic. Jetzt beginnt die letzte Phase der Konsolidierung: Telelogic als Firma verschwindet von der Landkarte.

Die Verhandlungen waren lang und zäh: Wegen kartellrechtlicher Bedenken hatte sich die EU-Kommission sechs Monate Zeit gelassen, die Übernahme von Telelogic durch IBM zu genehmigen. Denn IBM hatte zuvor bereits Rational Software geschluckt und Telelogic hatte den Wettbewerber I-Logix aufgekauft. Indem Telelogic nun in IBM aufgeht, befinden sich vier Software-Firmen, die im Bereich der UML-Werkzeuge und des Software-Engineerings aktiv sind, unter dem Dach von IBM.

Wie IBM jetzt bekannt gab, wird der gemeinsame Messeauftritt auf der Embedded World 2009 unter der Marke »IBM Rational« stehen. Die Telelogic-Mitarbeiter bekommen IBM-Visitenkarten, und Standorte in der gleichen Stadt werden zusammengelegt. Damit ist Telelogic als eigenständige Firma von der Landkarte getilgt.

Allerdings wird der Name Telelogic noch als Produktname weitergeführt, für Werkzeuge wie Telelogic Tau oder Doors.

Die Software-Werkzeug-Strategie der IBM für die Zukunft sieht so aus, dass die ehemaligen Rational-Produkte für die klassische IT (Banken, Versicherungen) positioniert werden, während die Telelogic-Software eher auf das Systems Engineering (Automotive, Luft- und Raumfahrt, Industrie) abzielt. Gleichzeitig gibt es eine neue gemeinsame Plattform namens »Jazz«.
Jazz ist eine Erweiterung von Eclipse und kann Arbeitsabläufe und Geschäftsprozesse steuern. In diese Jazz-Plattform sollen sowohl Telelogic- als auch Rational-Werkzeuge als Dienste nach und nach eingebunden werden. Auf der Embedded World wird IBM Rational das Jazz-Framework »Rational Team Concert« vorstellen, das diese Dienste unter einer einheitlichen Oberfläche zusammenfasst.