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Kommentar: Neue Talente binden - Professional Maker locken

Die neue Zielgruppe der Professional Maker ist nicht nur als Absatzmarkt interessant, sondern auch als Talentschmiede für die Embedded-Branche.

Manne Kreuzer, Markt&Technik Bildquelle: © WEKA FACHMEDIEN

Manne Kreuzer, mkreuzer@weka-fachmedien.de

Die Aussteller der embedded world machten und machen sich Gedanken über die Zukunft, aber nicht über die wirtschaftliche, dazu läuft momentan das Geschäft zu rund, und keiner stimmte auch nur ansatzweise ein Klagelied an - nicht mal auf hohem Niveau. Es geht um den Nachwuchs für die Branche.

Fördervereine und Verbände hatten in den letzten Jahren auch schon entsprechende Programme aufgelegt und ihre Bemühungen auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet, um sie allgemein für das Thema "Elektronik" zu interessieren. Jetzt macht sich speziell die Embedded-Branche diverse Gedanken, wie sie neue Talente anlocken kann. Eine Überlegung setzt dabei auf die Einbindung der "Professional Maker" in die Embedded-Szene: Die Affinität zu Computer-Modulen ist bei diesen Menschen schon klar vorhanden, die Professionalisierung sollt daher kein Problem sein. Allerdings will man diese Talente nicht auf die gängigen Embedded-Zielmärkte wie Automatisierung oder Automotive hin spezialisieren, sondern man hofft auf neue Ideen, die ganz neue Märkte eröffnen könnten und so Zusatzwachstum für die Embedded-Branche in Aussicht stellen.

Neues braucht aber seine Zeit - auch wenn die Idee von Anfang an begeistert, so vergeht einfach eine Weile, bis das Produkt marktreif ist und der Vertrieb steht. Diese Langfristigkeit ist kein Problem für die Embedded-Welt, weil dies eine der Grundlagen der Branche ist und sie von den anderen, oftmals recht schnelllebigen Wirtschaftszweigen deutlich unterscheidet. Es spricht also viel dafür, dass die Embedded-Branche den Makern - und speziellen denjenigen, die sich professionalisieren wollen - entgegengeht und sie frühzeitig "abholt".

Vielleicht stecken hinter den zahlreichen Ideen nicht immer die großen Stückzahlen oder Märkte, aber die Professional Maker haben die richtige Motivation: Sie wollen etwas Substanzielles machen, statt nur etwas Virtuelles mit Apps. Sie suchen die Verbindung zwischen Software und realer Anwendung - also ohne Zweifel den Schlüssel für die Embedded-Zukunft. Ich freue mich auf die neue Embedded-Generation.