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Neue Entwicklungswerkzeuge: Image-Erzeugung von Windows Embedded Standard 7

Fortsetzung des Artikels von Teil 2.

Die Imageverteilungs-Tools

Zum Verteilen des Images auf weitere Geräte kommt ImageX (Deployment-Tools, Bild 1) zum Einsatz. ImageX ist ein einfach zu bedienendes Befehlszeilen-Dienstprogramm zur Erzeugung von Datenträgerabbildern, das über die Eingabeaufforderung (cmd.exe) oder über Windows PE ausgeführt wird. ImageX wird ähnlich wie Xcopy benutzt. Für Programme, die sich über eine Befehlszeile bedienen lassen, ist es immer möglich, ein Skript-File zu schreiben. Weitere Gründe, die für die Verwendung von Skipts sprechen, sind die Wiederverwendung und das Verwalten der Skripts in einem Versionsverwaltungssystem.

Mit ImageX kann man ein Datenträger-Abbild (Image) in einer WIM-Datei aufzeichnen. Die Syntax des Befehls lautet:

IMAGEX [FLAGS] /APPLY image_file image_number | image_name image_path

Beispiel: ImageX /apply d:\imaging\NB_data.wim 1 d:\New_Path

Mit dem Command-Line-Werkzeug DISM (Deployment Image Servicing and Management) ist es möglich, sowohl online als auch offline Pakete und Updates nachträglich zu einem Image hinzuzufügen.

WDS (Windows Deployment Services) dient der Verteilung von Software Images auf fabrikneue Computer. WDS wurde für alle aktuellen Windows-Versionen entwickelt mit dem Ziel, in größeren Umgebungen eine automatische Installation von Computern zu gewährleisten. WDS ist nicht mehr auf einer DOS-Startumgebung anwendbar, sondern benötigt mindestens WinPE 3.0 als Boot-Plattform.

WinPE 3.0 (Preinstallation Environment) ist ein bootfähiges, eingeschränktes, minimales Windows-Betriebssystem. Es eignet sich für systemnahe Wartungs- und Installationsarbeiten wie z.B. das Partitionieren und Formatieren von Datenträgern mit Diskpart, Einrichten des Netzwerks oder Aufspielen eines Datenträger-Abbilds. Der Kasten zeigt, wie man ein bootfähiges WinPE 3.0 auf einem USB-Stick erstellt.

WinPE – das Minimal-Windows zum Booten
WinPE ist ein Minimal-System, um beschädigte oder fabrikneue Systeme erstmals zu booten. Es eignet sich auch für Wartungsarbeiten wie z.B. das Einrichten der Festplatte und des Netzwerks. Um ein bootfähiges WinPE 3.0 auf einen USB-Stick aufzuspielen, geht man folgendermaßen vor:

USB-2.0-Stick (8 Gbyte) in den Entwicklungs-Computer einstecken (z.B. E:\)

Aufrufen einer Befehlszeile (cmd.exe)

cd C:\Program Files\Windows Embedded Standard 7\Tools\x86

Starten von diskpart.exe

DISKPART> list disk
DISKPART> select disk 1
DISKPART> clean
DISKPART> create part pri
DISKPART> select part 1
DISKPART> active
DISKPART> format fs=FAT32 LABEL=»WinES7" quick
DISKPART> assign
DISKPART> exit

Hinzufügen des Image Builder Wizard zum USB-Stick. Dazu muss im Image Configuration Editor der Befehl Tools → Media Creation → Create IBW Disk gewählt werden. Nach etwa 10 Minuten befindet sich auf dem USB-Stick der bootfähige Image Builder Wizard.

Auch WinPE 3.0 kann auf den USB-Stick kopiert werden, mit Tools → Media Creation → Create Windows PE Image.

Auf dem USB-Stick werden alle Dateien im Verzeichnis ISO abgelegt. Anschließend muss der komplette Inhalt dieses Verzeichnis ins Root-Verzeichnis kopiert werden.

Aufspielen von Windows PE, dem Preinstallation-Environment, auf einen USB-Stick.