Gehalts-Ranking So viel verdienen die Chefs der DAX-Konzerne

Managergehaelter
Managergehaelter

Welches Gehalt bekommen die Vorstandsvorsitzenden der 30 größten deutschen Unternehmen? Wer zahlt am besten? Und wie üppig sind die Gagen im Vergleich zu den ausländischen Kollegen? Ein Report der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz und der TU München klärt auf.

Die aktuelle Studie zur Vorstandsvergütung wurde am 1. Juli vorgestellt und zeigt, dass die Gehälter der DAX30-Vorstände durchschnittlich um 2,5 Prozent gestiegen sind. Insgesamt überwiesen die 30 DAX-notierten Unternehmen im Schnitt gut 3,2 Millionen Euro pro Vorstand. Die Vergütungen im MDAX sanken dagegen um 5,1 Prozent. Welche Summen die 30 wichtigsten deutschen Aufsichtsräte ihren Vorstandsvorsitzenden im Jahr 2012 zugebilligt haben, zeigt unsere Bilderstrecke.

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Deutschlands bestverdienende Manager

Die Vorstandsvorsitzenden der deutschen DAX30-Konzerne verdienen nicht schlecht. Die Galerie zeigt, welche Firmen am meisten in ihre Spitzenkräfte investieren.

Der aktuelle Anstieg der Vorstandsbezüge ist recht moderat, wenn man bedenkt, dass der deutsche Leitindex gegenüber dem Vorjahr um knapp 30 Prozent zugelegt hat und viele Konzerne Rekordgewinne verbuchen sowie ihren Börsenwert deutlich steigern konnten. Verglichen mit der Entwicklung in den beiden Jahren zuvor (22 Prozent bzw. 8 Prozent) erscheint der aktuelle Zuwachs fast schon mickrig.  Er ist in der Tat nur geringfügig stärker als der eines durchschnittlichen Arbeitnehmers. Grund zum Mitleid ist das freilich nicht, liegt das Gehaltsniveau der DAX-Vorstände doch 53 Mal höher als das des durchschnittlichen Angestellten eines DAX-Unternehmens.

Bemerkenswerte Verschiebungen gab es bei der Zusammensetzung der Managergehälter zu beobachten. So stieg die Fixvergütung im Schnitt um 4,9 Prozent, während der variable Anteil um 6,3 Prozent nach unten ging. Indem leistungsabhängige Vergütungsbestandteile festen Gehältern Platz machen, werden die Bezüge zunehmend eingefroren. Anders gesagt: Während die Manager auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten oder bei Fehlentscheidungen gut versorgt sind, könnten die hohen Fixzahlungen für die betroffenen Unternehmen zum Problem werden. Positiv ist auf der anderen Seite der Trend zu langfristigen Vergütungskomponenten, die sich am Aktienkurs orientieren. Ihr Anteil ist 2012 um mehr als 20 Prozent gestiegen und setzt einen Anreiz zu langfristigem und nachhaltigem Handeln.

Viele Unternehmen zahlen allerdings auch Boni auf der Basis von individuellen Zielvereinbarungen. Wie diese aussehen und welche Leistungen hier entlohnt werden, bleibt für Externe meist intransparent. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Abfindungszahlungen für ausgeschiedene Vorstandsmitglieder. Die Autoren der Studie vermuten, man verzichte bei diesem Thema absichtlich auf ausführliche Erläuterungen, um öffentliche Debatten zu vermeiden.

Der internationale Vergleich: Konkurrenzfähig, aber nicht Spitze

Für die Studie wurden auch die Bezüge der CEOs von Unternehmen aus der Schweiz, Frankreich und den USA analysiert. Das Ergebnis zeigt, dass deutsche Vorstände auch im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig bezahlt werden. Im Schnitt erhielten die Vorstandsvorsitzenden der DAX-Konzerne 5,2 Millionen Euro. Die französischen Kollegen aus dem CAC40-Index mussten sich mit durchschnittlich 3,6 Millionen Euro zufriedengeben. Die SMI-gelisteten Unternehmen in der Schweiz gewährten ihren  Vorstandsvorsitzenden  mit 5,4 Millionen Euro ähnliche Gehälter. Unangefochten darüber liegen die Managerbezüge in den Vereinigten Staaten. Die im DJIA zusammengefassten Gesellschaften honorierten die Arbeit ihrer Top-Entscheider mehr als doppelt so hoch wie in Deutschland: Die Manager konnten in Übersee durchschnittlich 13,8 Millionen Euro Jahresgage einstreichen.  Ihre Gehälter sind aber nicht nur höher, sondern orientieren sich auch stärker am Markt: aktienkursbasierte Vergütungselemente machen in den USA gut 62 Prozent der Vergütung aus. Das Gehaltsplus fiel in Amerika allerdings ähnlich unspektakulär aus wie in Deutschland. Der New York Times zufolge  konnten die Top-100 der CEOs einen Anstieg um 2,8 Prozent gegenüber 2011 verbuchen.

Professor Dr. Gunther Friedl vom Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre und Controlling  der TU München betonte, dass hochqualifizierte Manager auch in Deutschland ihren Preis hätten: »Genauso wie der FC Bayern die besten Fußballspieler nur halten kann, wenn er wettbewerbsfähige Gehälter zahlt, müssen unsere Unternehmen ihren Top-Managern wettbewerbsfähige Vergütungen gewähren«. Dennoch verknüpfte er seine Forderung auch mit dem Ruf nach Transparenz und einer Begrenzung von Vorstandsgehältern. Diese sei nötig, um öffentliche Akzeptanz zu schaffen und zu erhalten. In einer  Diskussion um Millionenbezüge muss jedenfalls niemand befürchten, in Zukunft am Hungertuch zu nagen.