Rechner in der Steckdose

Nein, Monitor-, USB- und Sound-Signale sind nicht per Ethernet oder Glasfaser getunnelt. Der Rechner befindet sich in der Steckdose!

Die israelische Firma ChipPC hat einen kompletten Thin-Client in eine Steckdose gepresst. Der »JackPC« sitzt im 4 cm tiefen Doseneinsatz, der in jede genormte Leerdose passt. Von dort führt nur ein Ethernetkabel zu einem Server. Der JackPC ist ein kompletter RISC-Rechner mit Au1250- oder Au1550-Prozessor von Raza Microelectronics (RMI). Die Au-Prozessoren sind MIPS32-kompatibel und hießen bis 2006 »AMD Alchemy«. Laut Hersteller sollen die Au1250/1550-Prozessoren sich etwa so schnell anfühlen wie x86-Geräte mit 1,8 bzw. 1,2 GHz Taktfrequenz. Es gibt verschiedene Ausführungen des JackPC, die sich hinsichtlich Arbeitsspeicher (64 bis 128 Mbyte), Flash-Speicher (32 bis 256 Mbyte) und Display-Anschluss (VGA oder DVI) unterscheiden.

Mit nur 3 W »echt grün«

Die Stromversorgung des JackPC erfolgt entweder extern über ein 5-Volt-Steckernetzteil oder durch Power-over-Ethernet. Der gesamte JackPC verbraucht nur 3 Watt und ist insofern ein echter grüner Computer.

Auf dem JackPC läuft ein Windows-CE-Betriebssystem, das Bildschirm, USB und Soundanschlüsse ansteuert. Von diesem Windows CE bekommt der Anweder außer einem Login-Dialog jedoch kaum etwas mit, denn der JackPC dient vornehmlich als Terminal für virtuelle Maschinen, die auf leistungsfähigen Servern im Hintergrund laufen. Der Steckdosen-PC kann sich mit den virtuellen Maschinen von Citrix, Microsoft und Vmware verbinden.

Die Preisspanne für Einzelstücke des JackPC bewegt sich zwischen 199 und 349 Euro (zzgl. MwSt.). Hinzurechnen muss man die Kosten für die Virtualisierungssoftware auf dem Server, die nochmal im Bereich von 200 bis 300 Euro liegt.