PICMG macht MicroTCA rüttelfest

Die Industrie hat den aus der Telekommunikation kommenden MicroTCA-Standard für sich entdeckt. Darauf hat die PICMG jetzt reagiert und eine Arbeitsgruppe für passiv gekühlte MicroTCA-Systeme gegründet.

MicroTCA ist - vereinfacht gesagt - ein geschrumpftes AdvancedTCA-System. AdvancedTCA zeichnet sich durch sehr große Leiterplatten und hohe Verlustleistungen aus. Durch das kleinere Format ist MicroTCA kostengünstiger und wurde deshalb schnell auch von anderen Industrien jenseits der Telekommunikation entdeckt. Doch die für den stationären Einsatz entwickelten MicroTCA-Systeme sind für andere Anwendungen, etwa an vibrierenden Maschinen oder in Fahr- oder Flugzeugen, nicht geeignet.

Deshalb hat das mit der Normung befasste Gremium, die PICMG (PCI Industrial Computer Manufacturers Group) jetzt eine Arbeitsgruppe für passiv gekühlte MicroTCA-Systeme ins Leben gerufen. Diese Arbeitsgruppe soll Wildwuchs durch firmenspezifische Lösungen verhindern, indem eine offizielle Spezifikation für industrielle MicroTCA-Systeme geschaffen wird.

Ziel ist es, die Anwendungsmöglichkeiten von Komponenten wie Advanced Mezzanine Cards, Steckverbinder, Netzteile oder anderer Hardware zu erweitern. Außerdem sollen Standards für die Anschlüsse von rückseitigen I/O-Anschlüssen und für den EMV-Schutz gefunden werden, die den neuen Anwendungen gerecht werden.

Die Spezifikation soll Anfang oder Mitte nächsten Jahres fertig sein.