Moxa will mit Schienenverkehr wachsen

Moxa stellt Kommunikationsinfrastruktur und Embedded-Computer für industrielle Anwendungen her. Eine große Chance sieht das Unternehmen in der Bahntechnik und in der Energieerzeugung.

Von Krise keine Spur: Moxa will 2009 weitere 80 Mitarbeiter einstellen. Derzeit beschäftigt das Unternehmen 606 Angestellte und erwartet für 2008 ein Umsatzwachstum von 20 Prozent in Europa. Das in der Zukunft geplante Wachstum will Moxa durch die Fokussierung auf Energiewirtschaft und Transportwesen realisieren. Allein durch die Renaissance des Schienenverkehrs erwartet Moxa ein Wachstum von durchschnittlich 7 Prozent jährlich bis 2016.

Dabei wirken sich mehrere Trends günstig für Moxa aus: Die Schienennetze der europäischen Nationalstaaten sind vielfach Inseln mit jeweils eigener Sicherheits- und Signaltechnik. EU-weit laufen Projekte zur Vereinheitlichung dieser Technik und zu einer Standardisierung der Kommunikation zwischen Zug und Einrichtungen an der Strecke. Moxa als Hersteller von drahtloser und drahtgebundener Infrastruktur will davon profitieren.

Beim Wagenmaterial steht laut Moxa-Deutschland-Geschäftsführer Thomas Heuwinkel die Umstellung der Kommunikation von proprietären Bussystemen auf Ethernet an. »In Flugzeugen ist es ganz normal, dass wir Bildschirme im Sitz vor uns haben – in den Zügen wird das auch kommen«, glaubt Heuwinkel. Dazu müsste lediglich entlang der Wagenwände links und rechts ein Ethernet-Buskabel verlegt werden, an das die Bildschirmanzeigen über Switches angeschlossen sind. Für die Übertragung des Signals über die Kupplungen stellt sich Heuwinkel drahtlosen Kurzreichweitenfunk vor. Auch nicht sicherheitskritische Steuersignale wie für die Klimaanlage oder das Reisendeninformationssystem könnte über eine solche Kommunikationsinfrastruktur geführt werden. Hierfür sind allerdings »managed« Switches nötig, die z.B. Echtzeit- und zeitunkritischen Datenverkehr trennen können und erweiterte Sicherheitseinstellungen kennen. Managed Switches sind nichts anderes als Embedded-Computer, die Moxa als Zulieferer in den Bahnbereich absetzen will.

Thomas Heuwinkel: »Der Markt in Osteuropa ist besonders interessant für uns. Hier wird derzeit sehr viel in die Bahn investiert, sowohl in Strecken wie in neue Züge. Deutschland ist dagegen ein Autofahrer-Land, hier wird nicht so viel für die Bahn getan.«