Moderne Filmkameras sind Embedded-Rechnersysteme

Wer in den letzten Jahren die Filmseiten der Feuilletons gelesen hat, der konnte erfahren, dass der Einzug der Digitaltechnik entweder des Teufels oder die großartigste Erfindung seit der Nutzung des Rades sei. Was die Edelfedern der Tages- und Wochenblätter für die gebildeten Stände geflissentlich ignorieren ist, dass – unabhängig von Zelluloid oder CMOS/CCD – moderne Kameras meisterliche Embedded-Rechnersysteme sind.

Wer in den letzten Jahren die Filmseiten der Feuilletons gelesen hat, der konnte erfahren, dass der Einzug der Digitaltechnik entweder des Teufels oder die großartigste Erfindung seit der Nutzung des Rades sei. Was die Edelfedern der Tages- und Wochenblätter für die gebildeten Stände geflissentlich ignorieren ist, dass – unabhängig von Zelluloid oder CMOS/CCD – moderne Kameras meisterliche Embedded-Rechnersysteme sind.

Wilde Kamerafahrten, Szenen in denen Objekte und Personen offensichtlich ohne Schnitt umrundet werden – das sind die Fälle, in denen Kameras auf Schienen laufen, auf Kränen sitzen oder vom Dach eines Autos Bilder liefern. Der Kameramann selbst ist heute oft nicht mehr direkt dabei. Gleichzeitig wissen Kenner dennoch die persönliche »Handschrift« einiger Meister der Bildtechnik zu lesen, was nicht möglich wäre, wenn wirklich alles vollautomatisch liefe. Der Lichtbildner sitzt dann hinter einem Bildschirm und tippt auf eine Fernsteuerung, mit der er der Kamera Anweisungen gibt. Damit das auch unter den nicht standardisierbaren Bedingungen eines Filmsets funktioniert, müssen sowohl die Kamera als auch die Fernsteuerung gewisse Bedingungen erfüllen.

Nahaufnahme

Bei Arri wurde eine solche Fernbedieneinheit für die Fernsteuerung von Filmkameras entwickelt, die auf Autos und Kräne montiert werden (Bild 1). Dabei galt es, einigen Anforderungen gerecht zu werden:

  • Bedienung über Funk oder Kabel.
  • Geringe Größe und Gewicht (PDA-Format). 
  • Rückmeldung über das Objektiv, die Belichtung und Geschwindigkeit. 
  • Anzeige vieler Statusinformationen. 
  • Einfach bedienbare Benutzeroberfläche.

Bei einer solchen Entwicklung kommt es nicht so sehr auf hohe Stückzahlen an, sondern vor allem auf rasche Kommunikation mit der Systementwicklung und mit dem Support sowie auf lange Verfügbarkeit. Diese Gründe spielten eine Rolle bei der Entscheidung für eine Lösung aus dem Hause Ka-Ro electronics.

Als Grundsystem kommt das Systemon-Module »Triton-270« (Bild 2) mit dem PXA-270-Prozessor von Marvell zum Einsatz. Dieser mit 520 MHz getaktete Baustein basiert auf Intels XScale-Architektur, ist speziell für stromsparende Embedded-Anwendungen gedacht und verwendet die »Wireless MMX«-Technik. Der Anbindung an Kamerasensoren dient »Quick Capture « mit einer leistungsfähigen digitalen Schnittstelle. Das Modul selbst kommt im Standard-SODIMM-200-Formfaktor und belegt bei einer maximalen Dicke von 4,2 mm eine Grundfläche von 67,6 mm x 31 mm. Darauf finden sich standardmäßig 64 MByte SDRAM, 128 MByte sind möglich. 16 MByte, 32 MByte oder 64 MByte NOR-Flash halten Konfigurationsdaten fest. Neben LCD- und USB-1.1-Schnittstelle stehen das Kamera-Interface sowie drei UARTs, SDIO, I²S, I²C und drei SSPs (synchrone serielle Schnittstelle) zur Verfügung. Außerdem finden sich Unterstützung für ein Keypad und eine Compact-Flash-Anbindung.