WES 7: Einfacher und zusätzliche Features Microsoft Windows Embedded Standard 7

Nachdem die komponentisierten Versionen von Windows NTe, XPe und WES 2009 mit großem Erfolg in Millionen von Embedded-Geräten weltweit im Betrieb sind, kommt nun der Nachfolger WES 7. Aufgrund einiger Vereinfachungen und zusätzlicher Features ist von einem noch größeren Erfolg auszugehen.

Microsoft Windows Embedded Standard 7 besteht aus einem Runtime für 32Bit Systeme, einem für 64Bit Systeme und einem Konfigurationseditor. Die Komponenten beruhen auf der Desktop-Version Windows 7 plus zusätzlichen Funktionalitäten, die das Betriebssystem für Embedded Anwendungen optimieren. Anders als bei den Vorgängern, wo das konfigurierte Image auf dem Entwicklungsrechner mit dem TargetDesigner aus binären Komponenten generiert wird und auf das Zielsystem übertragen werden muß, entsteht das Image bei WES 7 immer auf dem Target. Dabei gibt es zwei Vorgehensweisen:

  1. Ein Assistent, der »Image Builder Wizard« (IBW) bietet Funktionalitäten zur Auswahl, die durch Anklicken in das Image integriert werden. Danach wird das Betriebssystem auf der gewählten Partition generiert und installiert.
  2. Der »Image Configuration Editor« (ICE) bietet die Möglichkeit, eine Antwort-Datei vom Typ »unattend.xml« auf dem Entwicklungsrechner zu erstellen. Dieses stellt die Grundlage des zu generierenden Betriebssystems auf dem Zielsystem dar.

In beiden Fällen wird also das Image auf dem Zielsystem erstellt, das manchmal umständliche Übertragen vom Entwicklungsrechner entfällt.

Die Tools kommen auf DVD, können aber leicht auf einen bootfähigen Memory Stick übertragen werden, so dass auch kleine PC Systeme ohne Laufwerke in kürzester Zeit mit einem schlanken, angepassten Betriebssystem ausgestattet werden können. Aufgrund der Verfügbarkeit von Flash-Speicher, im Vergleich zu 2001, dem Erscheinungsjahr von XPe, liegt das Augenmerk nicht mehr auf Einsparungen beim Footprint, sondern auf Funktionalität und Effizienz beim Ausführen und Entwickeln. Diese Zielsetzung ist in hervorragender Weise erreicht worden. Bei Einsetzen des Assistenten entsteht in kürzester Zeit ein flexibles, perfekt angepasstes Image, wobei alle Fehlerquellen ausgeschlossen werden. In den Vorgängerversionen war der First Boot Agent (FBA) eine solche Fehlerquelle, da z.B. fehlerhafte Einstellungen im Eigenschaftenfenster des Projekts erst zu diesem Zeitpunkt bemerkbar werden. Durch das Entfallen des FBA bzw. der Notwendigkeit, solche Einstellungen in der Entwicklungsumgebung vorzunehmen entfällt die Fehlerquelle.

Dies erinnert an das Betriebssystem POSready 2009, bei dem ein Setup von DVD direkt auf dem Zielsystem ausgeführt wird. Daher kam es oft bei Projekten zum Einsatz, die eine schnelle Lösung erforderten, entweder weil Entwicklerkapazitäten fehlten oder infolge ständig wechselnder HW-Konfigurationen eine Verwaltung einzeln entwickelter Images zu aufwändig gewesen wäre. Eigentlich sollte POSready 2009 die perfekte Plattform für die .POS-Programmbibliothek bereitstellen, doch in der Praxis kam es als Ersatz für ein XPe Image zum Einsatz, sofern die Lizenzbestimmungen das erlaubten.