Microsoft benennt Embedded-Produkte um

Mit der Umbenennung der Embedded-Betriebssysteme sorgt Microsoft dafür, dass der Name »Windows XP« aus der Produktpalette verschwindet. Aber Windows XP lebt weiter.

Noch bis Ende Juni 2008 verkauft Microsoft die OEM-Version von Windows XP. Sie wird an die großen Notebook- und PC-Hersteller geliefert, die das Betriebssystem auf ihren Geräten vorinstallieren. In Schwellenländern soll es Windows XP noch als »Starter Edition« geben, davon abgesehen läuft der Verkauf zugunsten des Nachfolgers Windows Vista aus.

Inkonsequent sähe es da aus, wenn Microsoft Embedded-Kunden weiterhin Windows XP anbieten würde. Was liegt da näher, als die Embedded-Betriebssysteme umzubenennen. Die offizielle Begründung lautet, man wolle die Produkte nach Anwendungsszenarien kategorisieren und den Embedded-Entwicklern einen besseren Überblick über das Portfolio geben.

Doch eigentlich ist es nicht schwer, den Überblick zu behalten. Im Prinzip gibt es nur zwei Embedded-Betriebssysteme von Microsoft - in unterschiedlichen Ausstattungs- und Lizenzierungsvarianten. Sie gehen auf Windows XP und CE zurück und hießen bisher Windows XP Embedded und Windows Embedded CE.

Windows XP Embedded unterscheidet sich von der im Einzelhandel verfügbaren und auf PCs installierten Variante durch spezielle Entwicklungswerkzeuge und die Zerlegung in Komponenten. Der Entwickler installiert Windows XP Embedded nicht von CD, sondern erstellt ein System-Image und wählt dabei die gewünschten XP-Komponenten aus. So lassen sich etwa der Internet-Explorer oder die Medienwiedergabe ausschliessen. Der Anwender erhält eine angepasste Betriebssystem-Version, die mit dem Gerät eine Einheit bildet.

Die neuen Namen der Betriebssysteme:

- Aus »Windows XP Embedded« wird »Windows Embedded Standard«. Voraussichtlich am 3. Juni wird Microsoft auf seiner TechEd-Konferenz ein neues Produkt in dieser Kategorie vorstellen.

- Aus »Windows CE Embedded« wird »Windows Embedded Compact«. Nach dem Release 2 von Windows CE Embedded, das Anfang dieses Jahres erschien, wird die nächste Version erst für Mitte 2009 erwartet.

-»Windows Embedded Enterprise« ist eine Lizenzierungsvariante von Windows XP und Windows Vista und mit der im Einzelhandel erhältlichen Version weitgehend identisch.

- Aus »Windows Embedded for Point of Service« wird »Windows Embedded POSReady«. Diese Variante ist abgeleitet von Windows CE und wurde speziell für Registrierkassen mit und ohne Touchscreen entwickelt.

Nicht vertreten ist bei Microsofts Namensliste das CE-Derivat »Windows Automotive«. Hierbei handelt es sich um ein Projektgeschäft mit einer Handvoll Kunden.