Mentor Graphics kauft Linux-Know-how ein

Mit der Übernahme der Embedded Alley Solutions erweitert Mentor Graphics sein Systemsoftware-Angebot um eine Linux-/Android-Plattform, die auf zahlreichen Nicht-Intel-Prozessoren läuft.

Mentor Graphics liefert neben Software-Entwicklungswerkzeugen auch Betriebssysteme für Embedded-Anwendungen. Bei letzteren hat sich Mentor nun ein Linux-Standbein zugekauft, indem die kalifornische Embedded Alley Solutions, Inc. übernommen wurde. Embedded Alley hat Android- und Linux-Produkte im Portfolio. Diese wird Mentor mit seinem Echtzeit-Betriebssystem Nucleus kombinieren, um damit eine breitere Kundenbasis zu erreichen.

»Wir sehen heute zwei starke Trends bei der Entwicklung von Embedded-Geräten«, sagte Glenn Perry, General Manager der Embedded Systems Division von Mentor Graphics. »Einer ist die riesige Nachfrage nach Googles Android-Plattform in neuen, komplexen Geräten jenseits der Mobiltelefone, für die Android ursprünglich entwickelt wurde. Der andere ist der zunehmende Einsatz von Multi-Core-Prozessoren zusammen mit verschiedenen Betriebssystemen, üblicherweise Linux und RTOS-Lösungen wie beispielsweise Nucleus.«

Gleichzeitig könnte der Zukauf im Zusammenhang mit der Akquise Wind Rivers durch Intel stehen. Wind River ändert zwar vorerst offiziell nichts an seiner Multi-Plattform-Unterstützung, de facto dürften aber Investitionen für die Intel-Architektur Vorrang genießen. Mentor Graphics bringt sich mit dem Embedded-Alley-Deal nun in Stellung, um mögliche wechselwillige Wind-River-Kunden aus dem ARM-, Freescale-, Mips- und TI-Lager abzufangen.

Denn für Android- und Linux-gestützte Geräte kündigt Mentor Graphics Support für die Mali-Grafikprozessorfamilie von ARM, die Power-Architektur-Prozessoren von Freescale und die Sheeva-MV78200-Dual-Core-Embedded-Prozessoren von Marvell an. Embedded Alley hat bereits im Mai 2009 als erstes Unternehmen kommerzielle Android-Werkzeuge und Dienstleitungen für RMI Au1250-SoC und die MIPS-Architektur vermarktet.