Kleines Board für große Leistung

Mini-ITX-Boards haben sich in der Embedded-Welt etabliert. Lippert Embedded Computers will nun mit den Server-Qualitäten seines neuen »Thunderbird-E3100« neue Anwendungsgebiete für das beliebte Format erschließen.

Lippert Embedded Computers zählt zu den Vorreitern des Mini-ITX-Formfaktors für die Embedded-Welt: Bereits im September2003 kündigte das Unternehmen weltweit die erste Embedded-PC-Lösung an, basierend auf der Pentium-M-CPU und dem Chipsatz 855GME im Mini-ITX-Formfaktor. Seitdem wurde der weit verbreitete und bei vielen Industriekunden bestens akzeptierte Formfaktor von Lippert stets mit der jeweils aktuellen Intel-Architektur unterstützt und funktional erweitert.

Hauptvorteile der Lippert-Produkte für die Industriekunden sind die Verfügbarkeit im erweiterten Temperaturbereich von -40 °C bis +85 °C und die vielfältig angebotenen kundenspezifischen Fertigungs- bzw. Lieferoptionen.

Zur embedded world 2009 stellt Lippert nun wieder eine Neuheit im Mini-ITX-Format vor: »Thunderbird-E3100«, ein Single-Board-Computer mit Server-Qualitäten. Dieser Single-Board-Computer wurde für Industriekunden entwickelt, die in ihren Anwendungen hohe PCI-Express-Bandbreiten, zahlreiche Massenspeicheranschlüsse, schnelle Netzwerkverbindungen und eine große Speicherkapazität mit ECC-Unterstützung benötigen.

Marktübliche Mini-ITX-SBCs verfügen in der Regel nur über einen Erweiterungssteckplatz, der üblicherweise für externe, schnelle Grafikkarten mittels PCI-Express-x16-Lane (PEG-Slot) oder alternativ für eine PCI-Expressx1-, eine PCI-Express-x4- oder eine PCI-Express-x8-Erweiterungsbaugruppe nutzbar ist.

Die Baugruppe Thunderbird-E3100 verfügt hingegen über zwei getrennte PCI-Express-Steckplätze mit jeweils einer x4-Lane. Die dadurch erreichte große Bandbreite erlaubt die Realisierung von Spezialanwendungen, z.B. in den Bereichen Bildverarbeitung (Medizintechnik, Verkehrsüberwachung, High-Speed-Kameras), Kommunikation / Rechnerkopplung (PCI-Express-over-Cable, 10-GBit-Ethernet) und RAID-Festplattencontroller.

Dieses Server-Class-Mini-ITX-Board nutzt einen Server-Class-Single-Chip-Chipsatz von Intel, wie er auch in vergleichbaren Anwendungen mit den Formfaktoren AMC (MicroTCA) und CompactPCI Verwendung findet. Verschiedene CPU-Varianten (inkl. Core 2 Duo) mit einem Frontsidebus (bis zu 667 MHz) sind mittels PGA-Sockel oder in einer BGA-Ausführung bis max. 1,89 GHz CPU-Takt einsetzbar.

Der Speicher kann auf maximal 8 GByte DDR2-400-ECC mittels DIMM-Modulen aufgerüstet werden. Ein eigener Grafik-Controller mit 16 MBit Video-RAM sorgt für schnelle 2D-Darstellungen.VGA-Bildschirme mit maximal 1600 x 1200 Punkten Auflösung sind anschließbar. Auf dem Mini-ITX-Board im Format 170 x 170 mm befinden sich neben CPU, Chipsatz und dem DDR2-Speicher noch Anschlüsse für sechs SATA-Laufwerke (AHCI), sechs USB-2.0-Schnittstellen, zwei serielle Ports für RS232/RS422/RS485 sowie einen PCI-Express-Mini-Card-Steckplatz für Erweiterungen.

Von den beiden integrierten Gigabit-Ethernet-Anschlüssen unterstützt ein Port die »Alert Standard Format«-Spezifikation (ASF) und gestattet damit das Condition Monitoring via Ethernet. Die Spannungsversorgung des Boards kann mit einem ATX-Netzteil oder über eine externe 12-VDC-Spannungsversorgung erfolgen.

Wie bei allen neuen Embedded-PC-Lösungen von Lippert kann der Anwender auch bei diesem Server-Class-Board die LEMT-Funktionen nutzen: Sie umfassen einen 128-Bit-Sicherheitsschlüssel (nur 1 x schreibbar), einen Betriebsstundenzähler, einen kundenspezifischen Flash-Bereich, max./min. Temperaturspeicher und weitere Funktionen zur Unterstützung des Condition Monitorings. An Betriebssysteme stehen sowohl 32-Bit- als auch 64-Bit-Varianten zur Verfügung – hierzu zählen Windows XP, Windows-XP Embedded, Windows Server 2003 und Linux.

Lippert Embedded Computers stellt auf der embedded world in Halle 12, Stand 228 aus.