iSYSTEM baut Emulator für 16-bitter von Renesas

In klassischer Bond-out-Technik baut iSYSTEM einen Emulatior für die Renesas-Mikrocontrollerfamilie R8C/3x. Der Chip wird vorwiegend bei Body-Control-Anwendungen im Fahrzeugbereich eingesetzt.

Renesas und iSYSTEM sind eine enge Zusammenarbeit eingegangen, um für die Mikrocontroller-Familie R8C/3x leistungsfähige Entwicklungswerkzeuge anbieten zu können. Reneses bietet für seine Controller zwar auch eigene Tools an, diese decken aber nur die Grundfunktionen ab, »damit man im Labor mal etwas ausprobieren und die Hardware zum laufen bringen kann«, sagt Jürgen Axmacher, Automotive-Marketing-Chef bei Renesas. Für ambitionierte Entwicklungsprojekte reichen diese Werkzeuge jedoch nicht aus.

An dieser Stelle tritt iSYSTEM auf den Plan, die für die R8C-Familie einen Emulator auf der Basis eines klassischen Bond-out-Chips gebaut haben. Der R8C ist eine 16-bit-Familie mit dem Rechenkern des früheren M16C-Controllers von Mitsubishi. Mit zahlreichen Varianten hinsichtlich Speicher, Package und Peripherie bietet Renesas rund 350 Varianten dieses Chips an. Der Emulator von iSYSTEM unterstützt die dritte Generation der R8C-Familie, die mit CAN- und LIN-Schnittstellen auf Automotive-Applikationen zielt.

Mit seiner begrenzten Rechenleistung von bis zu 30 MIPS lässt sich der R8C noch in klassischer Bond-out-Technik debuggen. Dabei werden von Chiphersteller eigens Entwicklungschips gefertigt, die zusätzliche Bussignale über eigene Kontakte, die Bond-outs, nach außen führen. Eine nachgeschaltete Elektronik mit mehreren Gigabyte Pufferspeicher analysiert diese Signale und kann daraus den Programmablauf lückenlos dokumentieren - in Echtzeit. Laut Jürgen Axmacher kosten die handverlesenen Bond-out-Chips etwa zehnmal so viel wie ein Serienchip.

»Mit dieser Kooperation wollen wird die Bedeutung eines fast schon verschwundenen Werkzeugs wieder anheben«, sagt Erol Simsek, Vorstand für Sales und Marketing bei der iSYSTEM AG. iSYSTEM kooperiert nicht nur mit Hardware- sondern auch mit Software-Herstellern, die höherwertige Entwicklungswerkzeuge produzieren. Mit diesen Verbindungen zu anderen Werkzeugen kann der R8C-Emulator z.B. in eine Testumgebung eingebunden werden und es können automatisch Tests und Codeabeckungsanalysen durchgeführt werden.

Weitere Debugging-Features, die erst durch den Emulator möglich werden, sind die Analyse von Timing-Problemen im laufenden Betrieb in Echtzeit, die Erstellung von Laufzeit-Profilen (welche Funktion hat wieviel Prozent der Laufzeit verbraucht) usw. Qualität und Sicherheit einer Anwendung werden durch solche Tests entscheidend erhöht. Dies hat freilich seinen Preis: der iSYSTEM-Emulator für die R8C/3x-Familie kostet ca. 8000 Euro. iSYSTEM und Renesas garantieren, dass auch zukünftige Derivate der Controller-Familie von dieser Lösung unterstützt werden.