Vernetzung IoT in mobilen Märkten

Die Vernetzung im Personen- und Gütertransport profitiert von den derzeitigen Entwicklungen wie IoT und Industrie 4.0. Sei es für Anwendungen im Flottenmanagement oder bei der Fahrgastinformation mit all ihren Spielarten – auch in den mobilen Märkten befindet sich alles in Bewegung.

von Angela Bieber, Marketing Communications & Public Relations bei MEN Mikro Elektronik.

Während für vernetzte Steuerungen im Fahrzeug typischerweise leitungsgebundene Feldbusanbindungen, wie zum Beispiel CAN oder MVB, zum Einsatz kommen, basieren reine Kommunikationssysteme meist auf einer Ethernet-Verbindung. Für die weitere drahtlose Kommunikation sorgt dann einer der vielzähligen Übertragungsstandards wie GSM, GPRS, LTE, UMTS oder WLAN.

So übertragen beispielsweise dynamische Informationssysteme mit integrierten Internet-Access-Points innerhalb eines Flottenmanagements die aktuelle Wetter- oder Verkehrslage mit dem momentanen Standort via UMTS vom Fahrzeug zur Zentrale. Von dort können die Fahrzeuge dann auf einen kürzeren oder ungefährlicheren Weg umgeleitet werden.

Ein ähnlicher Anwendungsfall ist die genaue Standortbestimmung von Zügen, um die Gleise effizienter auszulasten und das Streckennetz zu koordinieren. Auch hier werden die Daten via UMTS an die Leitstelle übertragen und ausgewertet. Durch ein Hodometer, verbaut auf einer PCIe-Mini-Karte, lässt sich der Standort exakt bestimmen, auch wenn der Zug durch einen Tunnel fährt und das GPS-Signal zum Satelliten damit abreißt.

Zur Erhöhung des Fahrkomforts im öffentlichen Fern- und Nahverkehr setzen Busse und Bahnen immer stärker auf Entertainment- und WLAN-Angebote. Solche Systeme brauchen nicht nur ausreichend Speichermöglichkeiten für Film- und Musikdaten. In modernen Anwendungen benötigen sie außerdem einen Wi-Fi-Accesspoint, um sich mit den persönlichen Endgeräten der Passagiere zu vernetzen und die Inhalte zu übertragen.

Ohne die Vernetzung von Zügen, Bussen oder Nutzfahrzeugen und die Übertragung von aktuellen Diagnosedaten wäre ein reibungsloser, effizienter und sicherer Betrieb egal in welcher Art von Transport heute nicht mehr denkbar. Auch die Realisierung von ATO- (Automatic Train Operation) und ATP-Systeme (Automatic Train Protection) wäre ohne eine drahtlose Kommunikationsmöglichkeit nicht vorstellbar.

Doch egal zu welchem Zweck ein Fahrzeug, Zug oder Schiff zu vernetzen ist, die Anforderungen bezüglich Zuverlässigkeit und Robustheit sind dort um ein Vielfaches höher als in der industriellen Automatisierung. Hier spielen nicht nur smarte Softwarelösungen eine Rolle. Grundsätzlich ist eine solide Basis hinsichtlich der Hardware nötig, die den Umwelteinflüssen standhält und die Elektronik schützt – und damit auch die marktspezifischen Standards wie EN 50155 für Züge oder die E-Kennzeichnung für Fahrzeuge erfüllt.