Informationschaos um Intel-Menlow-Plattform

Ankündigungen, Rückrufe und durchsickernde Details über Intels kommende Low-Power-Plattform auf der embedded world.

Von der offziell noch nicht angekündigten Menlow-Plattform von Intel waren auf der embedded world erste Designs auf den Ständen von Congatec, Kontron, Lippert und anderen ausgestellt. »Menlow« besteht aus dem neuen Prozessor »Silverthorne«, der nur ein Zehntel der Leistung eines bisherigen ULV-Single-Core-Prozessors verbrauchen soll, sowie aus einem Companion-Chip, der die Funktion des Chipsatzes übernimmt. Die Ausstellung von Menlow-Designs war auch mit der deutschen Intel-Niederlassung abgesprochen. Die aus Amerika angereisten Intel-Manager waren jedoch sichtlich überrascht, Menlow-Boards »ganz offiziell« auf der Messe zu sehen und hätten diese wohl am liebsten entfernen lassen, wenn nicht so viele davon schon in der Ausstellung gewesen wären.

Während man bei Intel nur erfuhr, dass die neue Architektur in 45 nm gefertigt wird und noch nicht offiziell angekündigt sei, sickerten bei den Intel-Partnern weitere Zusatzinformationen durch. Als besonders sensibel stuft Intel jegliche Zahlen ein, die bereits vor dem offziellen Launch publik werden. Dass der Prozessor etwa 2 Watt verbraucht und ein komplettes Board mit Peripherieschnittstellen etwa 7 Watt, hätte Intel gerne erst später gehört. Auch über die Internas des Companion-Chips war bisher noch nicht viel bekannt. Jetzt ist zumindest klar, dass er einen integrierten Grafikprozessor hat, Gigabit-Ethernet, USB-Schnittstellen und PCI-Express mit vier Lanes, aber kein Parallel-PCI und keine E-IDE-Festplattenschnittstelle mehr. Bezüglich der Rechenleistung fühlte sich Menlow auf einem bei Congatec gezeigten System vergleichbar an wie ein älterer Celeron-M mit 1 GHz.