Industriecomputer: Stabil mit technischem Wachstum

Das wirtschaftliche Umfeld ist nicht gerade optimal, aber mit erhöhter Flexibilität und neuer Technologie wollen die Anbieter von Embedded-Computing-Lösungen die Situation meistern.

‹Die Anbieter von Industriecomputern und Embedded-Systemen lassen ihre Köpfe trotz schlechter Nachrichten aus den Bereichen Maschinenbau, Automation und Automotive nicht hängen. Ganz im Gegenteil: »Es gibt Märkte, die auch in der aktuellen Rezession noch deutlich wachsen«, berichtet Norbert Hauser, Vice President Marketing von Kontron. »Wir sehen diese insbesondere im Bereich des öffentlichen Verkehrswesens, beim Ausbau der Breitbandnetze und beispielsweise in der Energie-Erzeugung und -Verteilung sowie bei der Bildverarbeitung in unterschiedlichsten Branchen.«

Eigentlich nicht sehr überraschend, so Jürgen Eder, Director Product Management IPC & Systems der GE Fanuc Intelligent Plattforms: »Die Wachstumsmärkte sind die gleichen wie vorher, nur ändert sich das Investitionsverhalten der potenziellen Käufer. Man ist vorsichtiger geworden und legt notwendige Ausgaben erst mal auf Eis bzw. zögert sie hinaus.«

Ähnliche Beobachtungen macht auch Klaus Rottmayr, Geschäftsführer von ICP Deutschland: »Man hat das Gefühl, dass der Bedarf vorhanden ist, aber sich die Finanzierung als schwierig erweist, weil möglicherweise eine Firma aus der langen Kette der Zulieferer auf eine Vorfinanzierung einer Bank angewiesen ist.«

Steht die Finanzierung, scheinen die Firmen es dann sehr eilig zu haben. »Die Bestellmengen werden kleiner, die Bestellzyklen verkürzen sich, und die Liefergeschwindigkeit soll schneller werden. Die Unternehmen agieren also extrem vorsichtig und quasi Just-in-Time muss die Lieferung erfolgen«, betont Hauser. »Das fordert die Supply Chains der Hersteller, denn kleinere Mengen in höherer Frequenz mit weniger Vorlauf zu liefern, bedarf einer vorausschauenderen Disposition, die unter gegebenen Umständen nicht leichter ist.«

Hier hilft der Branche die breite Kundenbasis, da sie so vergleichsweise leichter kumuliert disponieren und damit auch den Anforderungen der Kunden recht gut begegnen können.

»Bei Standardprodukten wird lediglich der kurzfristige Bedarf gedeckt – langfristige Bestellungen für Standardprodukte sind Ausnahmen«, differenziert Heiner Jünger, Geschäftsführer der embedded-logic. »Bestehende Aufträge von Custom-Designs sind konstant, werden nur ab und zu gestreckt. Für die Entwicklungsabteilungen leisten wir momentan aber ›Überstunden‹«.

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