IBM will Softwareentwicklung »intelligenter« machen

Unter dem Dach der IBM schreitet die Fusion der ehemaligen Telelogic- und Rational-Produkte voran. Die Software-Entwicklungsplattform »Jazz« wird durch neue Komponenten angereichert.

Die ganz großen Software-Entwicklungsprojekte – das ist die Zielrichtung von IBM Rational, derjenigen Geschäftseinheit der IBM Software, die für Entwicklungsumgebungen zuständig ist. Während Telelogic vor der Übernahme durch IBM ein sehr produktorientiertes Unternehmen war, mit einzelnen Produkten für konkrete Aufgabenbereiche, werden diese Produkte nun mit dem Beratungs- und System-Know-how der IBM zu »Gesamtlösungen« zusammengeführt.

Die Plattform, auf der IBM alle diese Produkte integriert, heißt »Jazz« und ist eine Art Eclipse für Software-Entwicklungs- und -Verwaltungswerkzeuge. Das bedeutet: Einmal in die Jazz-Plattform integriert, kann eine Software Daten mit allen anderen Jazz-Komponenten austauschen.

In der Vergangenheit wurde dabei vor allem am Datenaustausch auf Toolebene gearbeitet. Das Ziel war, dass jede Quellcodezeile einem Block im Modell und dieser wiederum einer Anforderung zuzuordnen ist. Dieses Ziel ist weitgehend erreicht. Mit Jazz hat IBM nun das »große Ganze« im Blick: die Verwaltung von Projekten mit Dutzenden von Entwicklern, die geografisch beliebig verteilt arbeiten. Bei dieser Art von Projekten gewinnen die Verwaltungs- und Steuerungsinstrumente eine große Bedeutung, mit denen der Entwicklungsprozess in geordnete Bahnen gelenkt wird. An dieser Stelle kommen auch die Beratungsdienstleistungen der IBM ins Spiel, die IBM aus der Erfahrung mit eigenen Softwareprojekten entwickelt.

Die Philosophie von IBM besteht darin, den Entwicklungsprozess einer Software wie die industrielle Fertigung eines physikalischen Produkts zu organisieren. Dabei wird jeder Entwicklungsschritt definiert und über Projektsteuerungswerkzeuge überwacht, wie weit das Projekt gediehen ist. Für diese Überwachung bietet IBM das neue Produkt »Rational Insight 1.0« an, das die Leistung eines Projektteams misst und Ergebnisse zeigt. Rational Insight ist die Portierung der Technologie von Cognos auf das Anwendungsgebiet Software-Entwicklung. Cognos ist eine Software zur Unternehmenssteuerung, die Kennzahlen und Entscheidungshilfen erzeugt.

Eng mit Insight verbunden ist das Beratungs-»Produkt« MCIF (Measured Capability Improvement Framework). Hierbei handelt es sich um eine reproduzierbare Methode, Verbesserungen in einem Unternehmen herbeizuführen.

MCIF geht Schritt für Schritt vor: Wirtschaftliche und betriebliche Ziele festlegen, Ablaufplan für die Realisierung bestimmen, Einführung mit Tools und Services, Ergebnisse berichten, analysieren und Maßnahmen ergreifen. Danach folgt die nächste Iteration zur Verbesserung. So einfach dies klingen mag, so schwierig ist es, Metriken zu erzeugen, mit denen sich die Wirkung von Verbesserungen überprüfen lässt. Genau dies ist das Know-how von IBM, das in Form von MCIF angeboten wird.