IAR stellt Betriebssystem für MSP430-Mikrocontroller vor

Mit seinen neuesten Mikrocontrollern aus der MSP430-Serie dringt Texas Instruments in Bereiche vor, die ein Betriebssystem sinnvoll erscheinen lassen. IAR, die schon Entwicklungsumgebung und Debugger für diese Controllerfamilie liefern, haben das Betriebssystem PowerPac auf MSP430 portiert.

Der MSP430 von Texas Instruments ist ein Stromspar-Mikrocontroller, der besonders häufig in einfachen Messgeräten, Zählern und in Kombination mit Sensoren eingesetzt wird. Mit den neueren MSP430x-Typen (x für extended) hat die ursprüngliche 8-bit-Familie einen 24 bit breiten Adressbus bekommen. Das bedeutet, dass mehr Speicher angesprochen werden kann und die Software potenziell umfangreicher und komplexer wird. Das macht den Einsatz eines Betriebssystems sinnvoll.

Für die MSP430-Familie hat IAR sein Mikrocontroller-Betriebssystem »PowerPac« an die Texas-Instruments-Architektur angepasst. PowerPac gibt es bereits für ARM und ColdFire. Da der MSP430 bis auf USB keine weitere I/O-Peripherie hat, ist das Betriebssystem entsprechend schlank: Eine typische MSP430-Implementierung belegt nur 2 KByte im Arbeitsspeicher.

PowerPac regelt auch das Power-Management des MSP430. Alle nicht benötigten Einheiten werden schlafen gelegt, sobald der Controller im Leerlauf ist. Semaphoren zeigen dabei jeweils an, ob Ressourcen gebraucht werden oder frei sind und abgeschaltet werden können. Trotzdem berücksichtigt das Betriebssystem externe Chips, die ggf. auf ein ständig laufendes Taktsignal des Controllers angewiesen sind. Insgesamt befindet sich der Controller immer im niedrigst möglichen Power-Management-Level.

Für Geräte, die Daten in Form eines Dateisystems organisieren müssen oder Daten speichern und auslesen sollen, enthält PowerPac ein Dateisystem, das im FAT12-, 16- oder 32-Modus arbeitet und damit Microsoft-kompatibel ist. Ein USB-Treiber für die USB-Einheit ist momentan noch in Entwicklung und soll zu einem späteren Zeitpunkt als Erweiterung für PowerPac angeboten werden.