Geburtstag 21. Oktober 1981: 25 Jahre VMEbus

Der VMEbus hat sich in 25 Jahren zu einer festen Größe im Embedded-Computing-Bereich entwickelt. Durch Erweiterungen der Spezifikation ist es gelungen, den Bus nicht nur auf der Höhe der Zeit zu halten, sondern auch bislang rückwärtskompatibel zu bleiben.

»Erstmals in der Geschichte der Mikroelektronik haben drei große Hersteller elektronischer Bauelemente einen Mikrocomputer-Systembus gemeinsam entwickelt«, so der Tenor am 21. Oktober 1981 bei der Vorstellung des VMEbus auf der »Systems« in München. Das Trio aus Motorola, Mostek und Philips/Signetics wurde bereits am ersten Tag schon von Thomson-Efcis unterstützt - die Zahl der Anbieter wuchs seit dem über die Jahre hinweg an.

Für den Erfolg des modularen Backplane-Systmes legten die Spezifikations-Väter John Black (Motorola), Craig McKenna (Mostek) and Cecil Kaplinsky (Philips/Signetics) eine solide Technik in die Wiege: Dazu gehörten sichere, zuverlässige DIN-Steckverbinder, das Europakartenformat, eine feinstufige, prioritätsgesteuerte Interrupt-Verarbeitung und integrierte Multiprozessorfähigkeit.

Damit hatte der VMEbus genügend Potenzial um sich gegen etablierte Busse wie Multibus, Qbus oder Unibus und später gegen Multibus II oder Futurebus durchzusetzen.

Mit zahlreichen Spezifikationserweiterungen wurde der VME-Standard auf der Höhe der Zeit gehalten. Ursprünglich mit 5 MByte/s Bandbreite an den Start gegangen, sind es heute 320 MByte/s. Im Gegensatz zu anderen Bus-Systemen gilt die Übertragungsrate beim VMEbus jedoch immer über die volle Breite mit bis zu 21 Steckplätzen - und das ohne Bridges oder Verstärker. Aktuelle Standardisierungsbemühungen konzentrieren sich auf die Integration serieller Hochgeschwindigkeitsverbindungen und erweiterte Kühlkonzepte.

Ob es noch mal 25 Jahre für den VMEbus werden, ist allerdings offen. Dies hängt sehr von der technischen Entwicklung ab, in welchem Umfang noch »große« Systeme mit 6HE bzw. 3HE benötigt werden. Die bisherige Konkurrenz wie CompactPCI oder AdvancedTCA sind jedenfalls keine Totengräber für den Klassiker VMEbus, dazu sind die Zielmärkte zu unterschiedlich.