Embedded World 2009 - der Fels in der Brandung

Die vom 3. bis 5. März in Nürnberg stattfindende »embedded world Exhibition & Conference« findet dieses Jahr in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld statt. Die spannende Frage lautet: Kann die Vorzeigebranche dem Trend trotzen?

Die Embedded World 2009 ist Leitmesse der Embedded-Branche und dürfte dieses Jahr den Auftakt für ein Jahr voller Herausforderungen bilden, sowohl für Messeveranstalter wie für die Industrie. Noch im Dezember 2008 hatte die NürnbergMesse eine Pressemitteilung verteilt, nach der die Embedded World 2009 um 10 Prozent bei der Ausstellungsfläche zulegen soll und sogar um 14 Prozent bei der Zahl der Aussteller.

Angesichts täglich über die Newsticker laufender Negativschlagzeilen stellt sich allerdings die Frage, inwieweit diese Zahlen noch haltbar sein werden. Denn große Halbleiterhersteller wie AMD und Renesas haben vorerst alle Messeauftritte abgesagt. Vertraulichen Informationen zufolge zahlt Renesas dem Mobile World Congress in Barcelona 80.000 Euro Stornogebühren, um sich wenigstens noch die Kosten für Personal, Reisen, Hotels und Standaufbau zu sparen. Wohin steuert angesichts schwächelnder Halbleiterkonzerne die Embedded World?

Eine Nachfrage (Stand: Ende Januar) bei Alexander Mattausch, dem Projektleiter der NürnbergMesse für die Embedded World, bringt ein erstaunliches Ergebnis zutage: Zwar wird sich der Flächenzuwachs von 10 Prozent nicht halten lassen, aber trotzdem wird die Embedded World 2009 deutlich größer sein als 2008. Und die Zahl der Aussteller steigt tendenziell eher mehr als 14 Prozent. Zu den bekannt gewordenen Stornierungen kommentiert Alexander Mattausch: »Die Stornierungen, die wir hatten, sind nichts wirklich weltbewegendes. Klar, die Amerikaner sind etwas nervös und überdenken Messebeteiligungen - aber nicht in einem Maße, dass eine Veranstaltung gefährdet wäre.« Das zeigt: Trotz starker konjunktureller Verwerfungen sind die Embedded World und ihre Aussteller der »Fels in der Brandung« der Konjunktur.

Die Zahlen der Embedded World muss man auch vor dem Hintergrund des Wachstums der letzen Jahre betrachten. Allein von 2007 auf 2008 hatte die Zahl der Aussteller um 13 Prozent (auf 670) und die Zahl der Besucher um ein Drittel (auf über 17.000 ) zugelegt. Eine Embedded Systems Conference in San Jose - die größte Embedded-Veranstaltung in den USA - hat z.B. nur 350 Aussteller. Von der dieses Jahr zeitgleich mit der Embedded World stattfindenden CeBIT sind aus Hannover überhaupt keine Angaben zu Ausstellerzahlen zu bekommen. Das verheißt nichts Gutes für die CeBIT. Unter diesen Randbedingungen wäre selbst eine mit 2008 gleichgroße Embedded World schon als Erfolg zu werten, eine Steigerung gar als Sensation.

Zwischen Wachstum und Fokussierung

Ganz gleich, ob Wachstum oder Delle - zu meckern gibt es immer etwas. Denn auf einer Veranstaltung dieser Größenordnung treffen immer viele Interessen sowie persönliche Geschmäcker und Mißlieben zusammen. Einige kleinere Aussteller äußerten letztes Jahr z.B. Bedenken angesichts des immer »protzigeren« Auftretens der Branchengrößen, dass die Embedded World ihre Übersichtlichkeit und ihre Arbeitsatmosphäre verlieren könnte. Projektleiter Alexander Mattausch sieht diese Bedenken im Ausstellerbeirat allerdings nicht repräsentiert. Er sagt: »Wenn eine Branche wächst, ist es ganz natürlich, dass auch die Messe wächst«: Und tatsächlich hat die Embedded World ihre Zielrichtung nicht verwässert. Außer »Displays« sind seit der Gründung keine neuen Teil- oder Themengebiete hinzugekommen.