Eine Million Rechnerkerne als virtuelle Maschine

Computerwissenschaftler des Sandia National Laboratories in Livermore, Kalifornien, haben erstmals weltweit mehr als 1 Million Linux-Rechnerkerne als virtuellen Rechner betrieben.

Diese Arbeiten gelten als wichtiger Schritt zur Bekämpfung so genannter »Botnetze«, die Spam und Malware weltweit verbreiten. Diese Netze sind schwer zu analysieren, da sie immer nur ganz kurzzeitig aus ungesicherten Rechnern in aller Welt zusammengesetzt werden. Kann man einen virtuellen Rechner aus sehr vielen Kernen auf einem Supercomputer aufbauen, dann benimmt der sich wie ein Botnet.

Bisher gelang es lediglich, etwa 20.000 Kerne zu einer virtuellen Maschine zusammenzufügen. Ziel ist es, zunächst etwa 10 Millionen Kerne zusammenzufügen. Bis 2018 sollen dann 100 Millionen Kerne erreicht werden. Parallel zu dieser Entwicklung laufen nun die notwendigen Softwarearbeiten an. An diese Entwicklung kann man erst herantreten, wenn die Hardwarelösung bekannt ist. Im wissenschaftlichen Bereich will man solche virtuellen Maschinen für Klimamodelle, die Entwicklung neuer Medikamente und eine effiziente Energieproduktion einsetzen.

Quelle: Electronic Features