Software Die treibende Kraft hinter dem »Internet der Dinge«

Das »Internet der Dinge« kommt, daran haben Experten keine Zweifel. Eine zentrale Rolle wird dabei die Software spielen, Interoperabilität und offene Standards sind deshalb enorm wichtig, da nur so eine Vielzahl von Geräten nahtlos interagieren kann.

Das immense Wachstum des Internets in den letzten 30 Jahren hat selbst die Schätzungen optimistischster Beobachter übertroffen. Branchenexperten gehen heute davon aus, dass die Zahl internet-verbundener Geräte im Jahr 2015 über 15 Milliarden betragen wird. Bis zum Jahr 2020 soll sogar die Zahl 50 Milliarden überschritten werden. Dieses wachsende Netz internetfähiger Geräte wird oft als »Internet der Dinge« (IoT; Internet of Things) bezeichnet. Dazu zählen Smartphones, Tablets, TV-Geräte, Spielekonsolen, Haushaltsgeräte, Sicherheitssysteme, Smart Meter, persönliche medizintechnische Geräte, Verkaufsautomaten etc. Die zukünftige IoT-Entwicklung wird den Wandel internetfähiger Einrichtungen hin zu echten Smart Homes, Smart Factories, Smart Grids und Smart Cities mit sich bringen und somit das »Internet of Everything« schaffen.

Stromsparende MCUs, Sub-GHz Funk-ICs, ZigBee SoCs und Sensor-Netzwerke bilden die Chipbasis des IoT. Lange Zeit waren diese Bausteine nicht energieeffizient, robust oder klein genug, um den Anforderungen internetfähiger Geräte für das IoT zu entsprechen. In den letzten Jahren hat sich die Halbleitertechnologie allerdings erheblich weiterentwickelt. Nun lassen sich Endpunkte entwickeln, die zuverlässig über viele Jahre mit einer Batterie oder sogar über Energy Harvesting betrieben werden können.

Wir treten jetzt in die nächste Phase des Internet-Ecosystems ein, in dem die Software eine noch größere Rolle spielt. Hardware bildet die Grundlage für die Anbindung; Software ermöglicht die zugrunde liegenden Maschine-zu-Maschine-Interaktionen (M2M), die gewährleisten, dass internetfähige Geräte unabhängig von der Betriebsumgebung zuverlässig arbeiten.

Software ist auch zur Differenzierung im stetig wachsenden IoT-Markt entscheidend. Embedded-Entwickler können Funktionen über Apps und andere Software integrieren, um ihre Produkte wettbewerbsfähiger und nutzerfreundlicher zu gestalten. Zum Beispiel ist es ganz praktisch, Licht per Fernsteuerung ein- und auszuschalten. Noch praktischer ist es, wenn das Beleuchtungssystem einem Anwender mitteilt, dass eine LED-Lampe ersetzt werden muss. Software erweitert das Spektrum der autonomen Steuerung, um die Effizienz und den Komfort zu verbessern. Mit einem intelligenten Funksensor-Netzwerk kann ein Smart Home feststellen, wenn niemand zuhause ist und alle elektronischen Geräte abschalten. Solch eine einfache Funktion kann bei Millionen von Haushalten zu beträchtlichen Energieeinsparungen führen.

Da die Software eine zentrale Rolle im Internet der Dinge einnimmt, werden auch Interoperabilität und offene Standards immer wichtiger. Nur so kann die Vielzahl der Geräte nahtlos interagieren. Der von der ZigBee Alliance weltweit etablierte ZigBee-Standard bietet den Herstellern internetfähiger Geräte eine einfache Möglichkeit, Produkte mit M2M-Kommunikation anzubieten. ZigBee-Profile wie ZigBee Smart Energy, ZigBee Home Automation, ZigBee Building Automation und ZigBee Light Link sind interoperable Plattformen, mit denen sich die Entwicklung von IoT-Anwendungen für Smart Homes und kommerzielle Einrichtungen, für intelligente Beleuchtungssteuerungen, Smart Meter und Energieverbrauchs-Überwachungssysteme vereinfacht.

Um das Potenzial des Internet der Dinge zu nutzen, muss die Industrie Hardware und Software in standardbasierten Lösungen vereinen. Wir verfügen bereits über stromsparende, kostengünstige Halbleitertechnologie, um diese Embedded-Systeme zu unterstützen. Auch die Zahl standardisierter Softwareplattformen steigt, was die Installation solcher Systeme noch einfacher macht als je zuvor.

Da die letzten 30 Jahre nur ein Anzeichen dessen waren, was mit dem Internet möglich ist, sollten wir den Einfluss des Internet der Dinge in den nächsten 30 Jahren nicht unterschätzen.

Der Autor

Tyson Tuttle ist President und CEO von Silicon Laboratories