Design-Abstraktion – praktisch gesehen

Das Konzept, einen höheren Grad von Design-Abstraktion auf kreative und Entwicklungsprozesse anzuwenden, ist uns so vertraut, dass wir es als selbstverständlich hinnehmen...

Das Konzept, einen höheren Grad von Design-Abstraktion auf kreative und Entwicklungsprozesse anzuwenden, ist uns so vertraut, dass wir es als selbstverständlich hinnehmen. Eine abstrakte Herangehensweise zur Erfassung des Designs oder der vorgesehenen Funktionsweise eines Systems ist von NC-Maschinen bis hin zu SQL Datenbanksystemen allgemein anerkannt und üblich.

Die Vorteile sind beachtlich und rechtfertigen den Aufbau des speziellen Know-hows, das für den Einsatz dieser High-Level Systeme notwendig ist. Die eingefügten Translation Layer zwischen den Grundfunktionen des Systems und dem Anwender ermöglichen bei der Abstraktion kreativer Prozesse eine Reduzierung der Komplexität für den Anwender und eine Beschleunigung des Gesamtprozesses. Damit können mehr Anwender derartige Systeme überhaupt erst nutzen, da kein grundlegendes Verständnis der verwendeten Technologie erforderlich ist.

In der Elektronikentwicklung ist das offensichtlichste Beispiel hierfür die Softwareentwicklung. Der Trend von Assembler-Sprachen hin zu Hochsprachen wie C++ hat die Art und Weise, wie Embedded Software für prozessorbasierte Systeme erstellt wird, geradezu revolutioniert. Der ursprüngliche Widerstand gegen große Code-Mengen wurde schon bald durch größere und kostengünstigere Speicher und schnellere Prozessoren relativiert, wodurch die Softwareingenieure von weniger komplexen Systemen und kürzeren Entwicklungszeiten profitieren konnten. Dank C muss sich heute niemand mehr mit mysteriösen Register Stacks und sequentiellem Code abgeben.

Die Art und Weise, wie Elektronikprodukte entwickelt werden, und die Technologie, die wir verwenden, hat sich sehr schnell verändert. Die Geschichte hat gezeigt, dass sich Technologieänderungen oft auch auf die normale Arbeitsweise auswirken.