Auch Wind River kann bald virtualisieren

Besser spät als nie: Ab August liefert Wind River einen Hypervisor für die Hardware-Virtualisierung an erste Pilot-Kunden aus.

Die Multicore-Software- und Virtualisierungswelle schien an Wind River bisher spurlos vorbeigegangen zu sein, obwohl der Betriebssystemhersteller mit VxWorks 653 eigentlich gute Voraussetzungen hatte. VxWorks 653 ist ein Betriebssystem, das streng abgeschottete Anwendungsbereiche im Speicher schafft, die nach den Luftfahrtstandards ARINC-653 und DO-178B zertifizierbar sind. Was hätte da nähergelegen, als die Anwendungen auch auf verschiedene Prozessoren zu verteilen?

Aber offenbar sind Speicherpartitionierung und Multi-Core-Unterstützung doch zwei Paar Schuhe. Denn der Schutz der Anwendungen gegeneinander im Speicher dient vorwiegend der Betriebssicherheit (Safety), weniger der Abwendung von Gefahren (Security). Auf letzteres zielt der neue Hypervisor ab, mit dem Wind River auch die Hardware-Virtualisierung unterstützt.

Hardware-Virtualisierung ermöglicht in unterschiedlichen Betriebssystem-Umgebungen die gemeinsame Nutzung der darunter liegenden Hardware-Ressourcen wie Cores und Speicherplatz. Der Hypervisor ist eng auf VxWorks und Wind-River-Linux abgestimmt und unterstützt zahlreiche andere Betriebssysteme. Die Lösung soll im August 2008 für ausgewählte Anwender verfügbar sein. Durch Virtualisierung können Hersteller bei der Entwicklung von Geräten für vertikale Märkte wie Netzwerkprodukte, industrielle Anwendungen, Consumer- und Automobilindustrie den Aufwand für Hardware und den Stromverbrauch verringern sowie neue Funktionen in bestehende Geräte integrieren.

Mit der Hardware-Virtualisierung stellt Wind River sein Multicore-Softwarepaket auf drei Pfeiler: Die Unterstützung von symmetrischem und asymmetrischem Multiprozessing sowie Virtualisierung ergibt ein flexibles Paket von Betriebssystem-Konfigurationen für Multicore.