Atom oder ARM?

Intels Atom-Prozessor liegt eindeutig im Trend der Low-Power-Applikationen – diverse Embedded-Plattformen setzen entsprechend auf ihn. Es gibt aber durchaus interessante Alternativen, allen voran die ARM-Architektur.

Intels Atom-Prozessor liegt eindeutig im Trend der Low-Power-Applikationen – diverse Embedded-Plattformen setzen entsprechend auf ihn. Es gibt aber durchaus interessante Alternativen, allen voran die ARM-Architektur.

Betrachtet man die Entwicklung von Embedded-PC-Plattformen in den letzten Jahren, kann man – neben immer neuen Formfaktoren bei SBCs und Modulen – zwei Haupttrends erkennen: Erstens werden die zur Verfügung stehenden Plattformen immer leistungsfähiger, und zweitens gibt es einen deutlichen Trend zu Low-Power-Architekturen. Interessanterweise werden beide Trends durch Technologien vorangetrieben, die durch neue Anforderungen aus Consumer-Geräten bedingt sind. Die High-Performance-Schiene ist durch immer anspruchvollere grafische Oberflächen und »Hochglanzoptik« bei den gängigen Betriebssystemen für die x86-Plattform bedingt. Nicht nur Windows Vista, auch die neuesten Linux-Distributionen oder Mac OSX verlangen nach immer mehr Performance zur Darstellung aller im OS zur Verfügung stehenden Features. Auf der anderen Seite gibt es eine klare Tendenz zu Low-Power-Plattformen. Consumerseitig werden diese – neben dem Vorteil, Energie zu sparen und damit umweltfreundlich und gut zum Geldbeutel zu sein – durch immer höhere Anforderungen an mobile Geräte getrieben. Wurde früher ein Mobiltelefon zum Telefonieren benutzt, ist es inzwischen ein »Mobile Personal Device«, das neben der eigentlichen Hauptfunktion die Aufgaben von Digitalkameras, MP3-Spielern, Termin- und Aufgabenplanern, Diktiergerät, mobilen Internet-Geräten und teilweise sogar mobilen Spielkonsolen übernommen hat. Für die einfache Funktionalität Telefonie und SMS sowie einigen PDA-Funktionen konnten vorwiegend noch einfachere Mikrocontroller eingesetzt werden. Das Mobile Internet und der Anspruch an das Mobiltelefon, eine mobile Multimediazentrale zu sein, machten es aber erforderlich, Betriebssysteme auf Mobiltelefone zu bringen, die wiederum ein Mehr an Performance gegenüber den einfachen Mikrocontrollern bei gleichzeitig sehr ökonomischem Umgang mit der zur Verfügung stehenden Energie (Akku) erfordern.