8. MEDIA SUMMIT auf der embedded world 10 Megatrends der Marktkommunikation

Videovorschaubild zum Film über den Media Summit 2014 auf der embedded world
Videovorschaubild zum Film über den Media Summit 2014 auf der embedded world

Am zweiten Messetag der embedded world findet traditionell der MEDIA SUMMIT statt. 162 Media-Entscheider folgten dem Ruf der Referenten Prof. Matthias Spörrle und Matthäus Hose und informierten sich in diesem Jahr über »10 Megatrends der Marktkommunikation«.

Viele bekannte Gesichter befanden sich wieder unter den Teilnehmern. Nach allgemeiner Wiedersehensfreude und Händeschütteln erinnerten die Referenten zunächst an das Fazit des letztjährigen Vortrags. In Zeiten der Informationsüberlastung kann in der Marktkommunikation ein weniger an Information mehr sein: Deshalb werden die nachfolgenden Trends auf sieben reduziert. Dann aber warteten die Referenten wie gewohnt wieder mit neuen Zahlen, Studien und Tipps zur erfolgreichen Marktkommunikation auf. Die Themen Überwachungsdruck und Big Data kristallisieren sich dabei schnell als neue Megatrends heraus. Nicht erst seit Snowden und dem NSA-Skandal ist klar, wie vollständig sich unsere Daten und Kaufgewohnheiten schon längst ausforschen lassen. Wir werden und wir fühlen uns kontrolliert. "Die Welt ist ein Flughafen geworden," so Matthäus Hose, „Wir fühlen uns permanent überwacht und passen unser Verhalten an – wie auf einem Flughafen wo man auch keine Witze über Bomben macht und ein „Legalize-it-T-Shirt“ trägt.“

Zusammen mit den neuen technischen Möglichkeiten zum Sammeln und Auswerten großer Datenvolumen ergeben sich für findige Unternehmen nun aber enorme Wettbewerbsvorteile und Einsparpotenziale: Das erklären die Referenten am Beispiel des Flight Risk Score von HP, der mittels Datenanalyse die Wahrscheinlichkeit einschätzt, dass ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt und HP so große Einsparungen ermöglichen soll. Auch Verlage nutzen Big Data. Moderne Fachmedienunternehmen wissen genau über die Zusammensetzung und das Produktinteresse ihrer Leser und Nutzer Bescheid. Das erweist sich nicht zuletzt in Anbetracht der steigenden Kanalvielfalt als großer Vorteil. Matthäus Hose weist auf den Anbieter-Kompass von elektroniknet.de hin: „Hier finden Entwicker, Einkäufer und Manager in der professionellen Elektronik derzeit 12.499 gelistete Anbieter mit ihren Produkten!“

Bilder: 58

Das war der MEDIA SUMMIT 2014

Eindrücke des MEDIA SUMMIT 2014 auf der embedded world.

Zu bedenken gilt: Obwohl das Medienangebot wächst und neue Medien sowie die zunehmende Nutzung mobiler Endgeräte unseren Kommunikationsstil verändern, kann von mehr Substanz und einer höheren Meinungsvielfalt nicht die Rede sein. Vielmehr werden Informationen gerade im schnelllebigen Internet zunehmend einfach übernommen und unverändert weiter verbreitet. Dabei kommt es gerade in der B2B-Kommunikation auf glaubwürdige Inhalte an. Folgerichtig führt Prof. Spörrle die Ergebnisse der B2B-Entscheideranalyse 2013/14 an, die aufzeigen, dass Fachzeitschriften unter B2B-Entscheidern weiterhin als Hauptinformationsquelle für berufliche Entscheidungen gelten. Befragt man speziell Elektronik-Entscheider aus Forschung & Entwicklung mit sehr großem Interesse an Embedded-Themen, so werden die Markt&Technik und die Elektronik als bevorzugte Fachzeitschriften für redaktionelle Glaubwürdigkeit genannt (Quelle: LA ELFA 12/13).

Auch in anderen Studien wird Werbung in Zeitschriften durchgängig als glaubwürdiger, interessanter und unaufdringlicher eingeschätzt als in anderen Medien (wie Fernsehen, Internet, …). Das mag unter anderem daran liegen, dass Online-Werbung uns zunehmend ungefragt mit Bannern und unaufgeforderten Mails überflutet und belästigt. Als große Herausforderung sehen es daher die Referenten an, den Spagat zu schaffen zwischen der Kommunikation komplexer Inhalte und der Schaffung von Aufmerksamkeit. Sie resümieren: „Das Medium und die Medienmarke entscheiden über die Wirkung der Kommunikation.“ Da stehen Fachmedien dank ihres glaubwürdigen Rufs weiterhin sehr gut da. Zeitschriften werden außerdem intensiv genutzt: 92 Prozent der über 14-Jährigen in Deutschland lesen Zeitschriften. Papier hat Zukunft, da ist man sich am Ende des Vortrags einig.

Bevor sich also die Teilnehmer zum Kontakteknüpfen bei Speis und Trank versammelten, fassten die Referenten die Megatrends der Marktkommunikation zusammen:

  • Trend 1: Reduktion – Konzentration auf das Wesentliche
  • Trend 2: Die Welt wird zum Flughafen – zunehmende Kontrolle und Überwachungsdruck verunsichert die Mediennutzer
  • Trend 3: Big Data – wer die Zukunft kennt, dem gehört sie
  • Trend 4: Es gibt immer mehr Kommunikationskanäle und Sender, aber viele sind ersetzbar und austauschbar
  • Trend 5: Mobile
  • Trend 6: Das richtige Umfeld wird immer wichtiger, denn Werbung wird in unterschiedlichen Medien unterschiedlich wahrgenommen
  • Trend 7: Glaubwürdige Medien gewinnen weiter an Bedeutung
  • Trend 8: Papier hat Zukunft

Bis zum nächsten Mal, am zweiten Messetag der embedded world 2015, 11 Uhr!

Das Video zum 8. MEDIA SUMMIT auf der embedded world 2014: