»Wir führen Pioniergeist und Innovation zusammen«

Seit 1992 entwickelt und fertigt LaserJob Schablonen für die Elektronikfertigung. Das Besondere daran: Auch bei den Laseranlangen zur Produktion der Schablonen setzen die Firmengründer Georg Kleemann und Robert Englmaier auf »Marke Eigenbau«.

Die Erfolgsgeschichte will das Unternehmen nun im neuen Firmengebäude in Fürstenfeldbruck, unweit des alten Standorts, fortsetzen. »In Deutschland haben wir seinerzeit als erstes Unternehmen Lasergeschnittene SMD-Schablonen auf den Markt gebracht«, sagt Kleemann. Mittlerweile gibt es eine Reihe weiterer Hersteller in diesem Bereich, dennoch konnte sich Laser-Job durch die fortlaufende Forschung und die Entwicklung neuer Verfahren, wie die PatchWork-Stufenschablone, gut am Markt positionieren.

Vom einstigen Pioniergeist profitiert das Unternehmen auch heute noch, denn als wichtigstes Differenzierungsmerkmal im aktuellen Wettbewerbsumfeld bezeichnet Kleemann die selbst konzipierten Laseranlagen. »Wir entwickeln unsere Fertigungsmaschinen kontinuierlich weiter, um mit den rasant steigenden Anforderungen bei der Schablonenfertigung nicht nur Schritt zu halten, sondern als Innovatoren neue Technologien auf den Markt zu bringen«, erklärt Kleemann. Auch die Software zur Steuerung der Laser-Anlagen ist ein Eigenprodukt.

Üblich ist das in der Schablonenfertigungs-Branche nicht, normalerweise kommen fertige Laser-Systeme zum Einsatz. Die Vorteile in der eigenen Maschinenfertigung sieht Kleemann vor allem darin, flexibel und schnell auf neue Marktanforderungen oder spezifische Kundenwünsche reagieren zu können und dabei nicht darauf angewiesen zu sein, dass ein Laseranlagen-Hersteller sein Serienprodukt entsprechend anpasst.

Heute zählen neben der SMD-Schablonenfertigung auch die Laser-Mikrobearbeitung – Beschriften, Schneiden, Schweißen und Bohren – zum Leistungsspektrum des Unternehmens. Zum Einsatz für die Mikrobearbeitung und Schablonenfertigung kommen gepulste Nd-YAG-Festkörper- und Faser-Laser von Trumpf, Lasag und SPI. Beschriftungen von Metallen und Kunststoffen führt ein 100-W-CW-Beschriftungslaser aus.

CNC-gesteuerte Nachbearbeitungssysteme

Zu den Fertigungseinrichtungen gehören außerdem CNC-gesteuerte Nachbearbeitungssysteme. Ein Team von sieben Mitarbeitern ist für die Aufbereitung der CAD-Daten zuständig. Dabei übernehmen die Fachleute die Kunden-Daten nicht einfach unreflektiert, sondern überprüfen das eingehende Layout und stimmen etwaige Auffälligkeiten, die auf Fehler hindeuten könnten, mit dem Kunden ab. »Etwa 70 Prozent des Umsatzes erwirtschaften wir mit Schablonen, 30 Prozent kommen aus der Mikrofertigung «, so Kleemann. »Dabei produzieren wir kundenspezifische Produkte von Stückzahl 1 bis hin zu Kleinserien.«

Um das Wachstum des 35 Mitarbeiter zählenden Unternehmens weiter voranzutreiben, hat LaserJob einen einstelligen Millionen-Betrag in einen Neubau investiert. »Das Gebäude haben wir speziell auf unsere Fertigung und unseren Workflow ausgerichtet: Es bietet uns viel Platz für Innovationen, beispielsweise für die Entwicklungen neuer Laser-Verfahren, und zukünftiges Wachstum«, beschreibt Kleemann.

Der neue Firmensitz mit Büro- und Fertigungsbereich umfasst eine Fläche von etwa 2500 Quadratmetern. Möglich wurde das Projekt nicht zuletzt durch die Förderung der KfW-Bank für das umweltfreundliche Bauvorhaben. »Wir haben bei der Planung des Gebäudes großen Wert auf Energieeffizienz und Umweltschutz gelegt«, erklärt Kleemann.

Präziser Druck

Das Portfolio von LaserJob umfasst neben der Standard-SMD-Schablone eine Vielzahl von Metallschablonen, die in der Hybridfertigung und der Wafer-Produktion Anwendung finden. Technologische Highlights im Produktspektrum sind die mit Nanopartikeln beschichtete NanoWork-Schablone und die Stufenschablone »Patch-Work«. Durch die Nano-Beschichtung wird die Oberfläche der Schablone hydrophob, der Benetzungswinkel vergrößert sich und die Haftkräfte zwischen Metallschablone und Lotpaste verringern sich. Daher sind weniger Reinigungszyklen erforderlich, die Druckerkapazität nimmt entsprechend zu.

Das Auslöseverhalten der Paste verbessert sich deutlich, und feinste Strukturen lassen sich exakter drucken. Die PatchWork-Schablone hat LaserJob speziell für die Anpassung der Lotpastenmenge bei der Mischbestückung auf der Leiterplatte entwickelt. Kleemann erläutert das Stufenprinzip: »Durch eingeschweißte Patches wird die Blechdicke an das jeweilige Bauelement angepasst und so das Pastenvolumen reguliert. Wahlweise schweißen wir dickere Bleche für höheren Lotpastenbedarf in das Basisblech ein oder dünnere Bleche für geringeren Lotpastenbedarf.«