Deutscher Leiterplattenmarkt Ungewöhnlich hoher Auftragseingang

Ausnahmezustand am deutschen Leiterplattenmarkt: Im Mai 2010 stieg der Auftragseingang verglichen zum Vorjahr um 137 Prozent und schnellte damit in eine nie da gewesene Höhe. Der ZVEI vermutet Doppelbestellungen aufgrund der allgemeinen Bauteil-Verknappung.

Der Mai-Umsatz der Leiterplattenhersteller in Deutschland war geringfügig niedriger als der in den beiden vorausgegangen Monaten. Dennoch überstieg er den Umsatz des Vorjahres um 40 Prozent. Dies berichtet der ZVEI-Fachverband PCB and Electronic Systems. Der kumulierte Umsatz der ersten fünf Monate des laufenden Jahres übertrifft den des Vorjahres um 32 Prozent. Damit liegt er nur noch zehn Prozent unter dem des gleichen Zeitraums im Jahr 2008.

Der Auftragseingang erreichte eine bislang noch nie da gewesene Höhe. Nur im Jahr 2000 waren ähnlich hohe Bestelleingänge zu verzeichnen gewesen. Der Auftragseingang überstieg den im April um ein Drittel und lag damit um 137 Prozent über dem des Krisenmonats Mai 2009.

Der ZVEI vermutet, dass Doppelbestellungen der Kunden zu diesem außergewöhnlich hohen Auftragseingang führten. Die allgemeine Verknappung von Bauteilen hat damit auch die Leiter­plattenindustrie erreicht. Die Kunden versuchen mit diesem Schritt laut ZVEI, ihre eigene Lieferfähigkeit zu sichern, damit steigen jedoch die Lieferzeiten zusätzlich. Eine weitere Ursache der langen Lieferzeiten sind laut ZVEI Kapazitäts­engpässe, weil mehrere große Hersteller die Produktion eingestellt haben.

Das Book-to-Bill-Ratio stieg durch diese Extremwerte auf 1,66 – eine Zahl, die seit Beginn der Statistik im Jahr 1993 noch nicht erreicht wurde. Die Mitarbeiterzahl blieb gegenüber April unverändert, im Vergleich zu Mai des Vorjahres stieg sie um 3,4 Prozent.