TQ: »Fertige Komponenten ergänzen E²MS und ODM-Leistungen«

Dass das Auslagern der Elektronik-Entwicklung an einen E²MS-Dienstleister und Original-Design-Manufacturer (ODM) kosten- und zeiteffizient sein kann, zeigt das Baukastenkonzept von TQ.

Es beinhaltet fertige Elektronik-, Mechanik- und Software-Komponenten inklusive Qualifizierungen und Zulassungen. »Der Kunde bezahlt nur die anteiligen Entwicklungskosten und nicht die komplette Entwicklung«, erklärt Geschäftsführer Rüdiger Stahl. 

Markt & Technik: Entwicklungsdienstleistungen gehören mittlerweile zum Standard-Programm eines E²MS-Unternehmens. Sie gehen noch einen Schritt weiter und bieten auch kundenspezifische ODM-Produkte unter Verwendung fertiger Komponenten sowie Embedded Systeme an. Worin liegen die Vorteile für den Kunden?


Rüdiger Stahl: Die wesentlichen Vorteile für den Kunden sind kürzere Entwicklungszeiten, niedrigere Entwicklungskosten, ein reduziertes Entwicklungsrisiko und niedrigere Herstellungs- und Produktpflegekosten. Erreichen können wir dies zum einen durch unsere breit aufgestellte Entwicklung, den leistungsfähigen Einkauf und eine starke Produktion, die eng zusammenarbeiten. Zum anderen, und dies ist der entscheidende Mehrwert gegenüber einem klassischen E²MS-Unternehmen, bieten wir einen umfangreichen Lösungsbaukasten an, auf dessen Basis wir kundenspezifische ODM-Produkte realisieren.

Der Kunde bezahlt dabei nur noch die anteiligen Entwicklungskosten. Zusätzlich lassen sich durch den Einsatz von bewährten und vielfach eingesetzten Lösungsbausteinen die Beschaffungskonditionen verbessern und damit günstigere Produktkosten erreichen. Außerdem werden Produkt-Lebenszyklus-Management (PLM) und Produktpflege erleichtert und damit günstiger.

Welche Zielgruppe adressiert das Baukasten-Konzept?

Es richtet sich vor allem an Kunden, die fertige Produkte von uns beziehen und gleichzeitig die Vorteile einer kundenspezifischen Lösung nutzen möchten. Interessant für viele Kunden sind auch unsere Embedded Systeme, die wir als Standardprodukte - OEM-Produkte - anbieten. Schließlich muss man das Rad nicht immer wieder neu erfinden.

So ist es beispielsweise für viele Kundenapplikationen nicht sinnvoll, den Mikroprozessorkern mit der zugehörigen Beschaltung immer wieder neu zu entwickeln. Deshalb bevorzugen viele Kunden den Einsatz von fertigen Mikrocontrollermodulen, so genannten Minimodulen. Dadurch reduzieren sich wiederum Entwicklungskosten, -zeiten, -risiken und Produktkosten. Außerdem übernehmen wir die komplette Produktverantwortung und Produktpflege. Welche Leistungen der Kunde in Anspruch nimmt, hängt ganz von seinen Wünschen und Anforderungen ab: E²MS-Dienstleistungen, kundenspezifische ODM-Produkte oder unsere fertigen Embedded Systeme.

Lassen Sie die Einsparungen der Kunden durch das Baukastenprinzip näher beziffern?

Je nachdem, wie groß der Anteil an einsetzbaren Lösungsbausteinen ist, können die Kostenvorteile bei der Entwicklung bis zu 80 Prozent betragen. Wir gehen durch den Einsatz unseres Lösungsbaukastens bei den Entwicklungs- und Einmalkosten von einem durchschnittlichen Einsparungspotential von ca. 50 Prozent aus.

Ist es für den Kunden nicht riskant, seine komplette Produktentwicklung in die Hände eines E²MS-Unternehmens zu legen? Letztlich gibt er damit entscheidende Expertise nach außen.

Wir sehen uns als Partner unserer Kunden und unterstützen unsere Kunden überall dort, wo nicht ihre Kernkompetenz liegt oder interne Kapazitätsengpässe und Prioritäten eine Auslagerung notwendig machen. Die Kernkompetenz vieler unserer Kunden liegt heute nicht mehr in der Entwicklung hochkomplexer Elektronik-Baugruppen sondern viel mehr auf der Anwenderseite. Im Zuge der Fokussierung auf den Kundennutzen ist es für viele Unternehmen vorteilhaft, die eigenen Ressourcen vorwiegend für die Umsetzung der spezifischen Kundenanforderungen einzusetzen und die Realisierung der hierzu benötigten Elektronik an leistungsfähige Partner auszulagern.

Welche Rolle spielt die Entwicklungskompetenz heute für ein EMS-Unternehmen?

Die Kosten eines Produktes und dessen Pflege bestimmen heute zu 80 Prozent die Entwicklung und insbesondere die Bauelementeauswahl. Um dem Kunden also den maximalen Nutzen und die bestmögliche Lösung zum optimalen Preis anbieten zu können, ist eine starke und kompetente Entwicklung unverzichtbar. Entsprechend schlagkräftig haben wir unsere Entwicklungsmannschaft aufgestellt: Unser Entwicklungsbereich gliedert sich in Hardware- bzw. Elektronik-Entwicklung sowie Layout-, Software- und System-on-Chip-Entwicklung. Mit insgesamt rund 80 Entwicklungsmitarbeitern verfügen wir hier über eine fachlich breit aufgestellte Mannschaft, die zusätzlich durch ein Netzwerk externer Spezialisten ergänzt wird.