Streit um den Großbrand in Schramberg

Am 1. Juni 2005 gegen 11 Uhr brach beim Leiterplattenhersteller "Schweizer Electronic" in Schramberg ein Großbrand aus. Die Victoria Versicherung AG lehnt jetzt laut Schweizer Electronic eine Schadensbegleichung ab.

»Mit einem heute eingegangenen Telefax-Schreiben hat die Victoria Versicherung AG Düsseldorf, gleichzeitig im Namen der beteiligten Versicherer, die Ersatzverpflichtung hinsichtlich des Schadensfalls vom 01.06.2005 abgelehnt«, meldete Schweizer Electronic in einer Ad-hoc-Meldung am 3. Mai 2007. Begründet werde die Ablehnung mit den Vorwürfen der versuchten arglistigen Täuschung und Obliegenheitsverletzungen, deren Folge bedingungsgemäß Leistungsfreiheit sei.

»Wir weisen die von der Victoria Versicherung AG gegen uns erhobenen Vorwürfe mit aller Deutlichkeit zurück und werden mit geeigneten Maßnahmen gegen diese Unterstellungen und deren Urheber vorgehen«, wehrt sich die Schweizer Electronic. Sowohl der Vorwurf der arglistigen Täuschung als auch die behaupteten Obliegenheitsverletzungen entbehrten jeder Grundlage, weshalb die behauptete Leistungsfreiheit unbegründet sei.

In den letzten Wochen seien mehrere Gespräche mit Vertretern der Victoria Versicherung AG mit dem Ziel geführt worden, eine pauschale und schnelle Regulierung des Schadensfalls zu erreichen. Hierbei habe die Victoria Versicherung AG über die bereits geleisteten Zahlungen hinaus einen weiteren Betrag zur abschließenden Regulierung angeboten. Dieser wurde von den Schweizer-Electronic-Verantwortlichen offenbar abgelehnt. Daraufhin habe die Victoria Versicherung AG die Gespräche abgebrochen, heißt es in der Ad-hoc-Meldung.

Das Schweizer-Electronic-Management bewertet die jetzt behaupteten Vorwürfe als Vorwand der Victoria Versicherung AG, um ihren weiteren vertraglichen Erstattungsverpflichtungen nicht nachkommen zu müssen. Man sei nicht bereit, dieses Verhalten zu akzeptieren: »Wir werden - und sind dazu auch in der Lage - die uns noch zustehenden Erstattungsansprüche im Interesse der Gesellschaft, unserer Aktionäre und Mitarbeiter gerichtlich geltend machen und durchsetzen.« Das Verhalten der Versicherung habe keine Auswirkungen auf die Lieferfähigkeit. Das Wiederaufbauprojekt sei nahezu abgeschlossen und werde wie geplant bis Mitte 2007 erfolgreich beendet werden.