Euler Hermes Studie: Jede vierte Branche ist risikoanfällig

2016 wird für Unternehmen in zahlreichen Branchen hart werden, so die Analyse des Kreditversicherers Euler Hermes. Die aktuelle Studie „Let the Sector Games begin“ untersucht die kurz- und langfristigen Herausforderungen in rund 1300 Einzelbranchen weltweit und deren Risiken.

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Zum Jahresende 2015 sind Risiken nochmals erheblich angestiegen. Die einzelnen Sektoren stehen jedoch vor unterschiedlichen Hindernissen und müssen sich in verschiedenen Disziplinen ihrem Wettkampf stellen: vom Triathlon über Marathon, Synchronschwimmen, Hürdenlauf, Geräteturnen, Fechten, Hochsprung und Wrestling.

So sehen Sieger aus: 5 Eigenschaften, die ein Unternehmen für den Wettkampf 2016 braucht:

„Fünf Eigenschaften sind für Unternehmen entscheidend, um sich im schwierigen Wettkampf 2016 zu behaupten“, sagte Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Widerstandsfähigkeit gegenüber langfristig niedrigen Rohstoffpreisen ist dabei ebenso wichtig wie die Genauigkeit bei der Auswahl und Ausrichtung auf die jeweiligen Zielmärkte angesichts der Turbulenzen in China, Brasilien und Russland. Finanzielle Stärke und eine entsprechende Absicherung benötigen Firmen angesichts der steigenden Verschuldung von Unternehmen sowie einem erhöhten Forderungsausfallrisiko. Aber auch die Schnelligkeit bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Abfederung von Marktschwankungen spielt eine große Rolle. Zu guter Letzt brauchen Unternehmen die notwendige Agilität, um sich trotz der bevorstehenden Welle von Fusionen und Unternehmensaufkäufen und des steigenden Preisdrucks zu behaupten.“

Kühler Kopf gefragt: zum Jahresstart 2016 bewegt sich jede 4. Branche auf schwierigem Terrain

Die Euler Hermes Volkswirte haben 2015 insgesamt 148 Branchen aufgrund steigender Risiken in ihrer Bewertung herabgestuft – dem gegenüber standen gerade einmal 76 Hochstufungen bei verbesserter Lage.

„Zum Jahresstart 2016 bewegt sich jede vierte Branche auf schwierigem Terrain“, sagte Ludovic Subran, Chefvolkswirt der Euler Hermes Gruppe. „Das bedeutet, sie sind entweder bereits stark gefährdet oder sie weisen erhebliche Risiken auf und sind anfällig für wirtschaftliche Turbulenzen. Manager müssen also in den kommenden Monaten einen kühlen Kopf bewahren nach dem durch die Volatilität der Finanzmärkte verursachten Adrenalinschub, den steigenden Exportrisiken durch wachsende Insolvenzzahlen und einer vielerorts sinkenden Zahlungsmoral.“

Die Herausforderungen variieren von Branche zu Branche:
Triathlon in der Metallbranche, Wrestling im Einzelhandel, „Luxusprobleme“ in Pharmaindustrie

„Die Metallbranche muss sich im Triathlon aus Nachfrage, Preisen und Verschuldung messen“, sagte Subran. „Der Energiesektor tritt im Marathon der niedrigen Ölpreise an, der Bausektor im (Un-)Synchron-schwimmen in den verschiedenen Ländern und der Maschinenbau im Hürden- oder Hindernislauf. Der Transportsektor zeigt beim Geräteturnen seine Künste beim Spagat zwischen Luftfracht, Straßenverkehr und Seetransport und der Einzelhandel kämpft beim Wrestling um Margen und Profite. Der IT-Dienstleistungssektor darf die eigene Deckung nicht vernachlässigen beim Fechtkampf gegen die Konkurrenz. Im Gegensatz dazu hat die Pharmabranche fast ein Luxusproblem und muss bei den Gewinnen den eigenen Hochsprung-Rekord brechen.“

Euler Hermes hat mit seinem Ansatz der Branchenrisikoanalyse fünf makroökonomische Herausforderungen ermittelt, denen sich Unternehmen 2016 stellen müssen.