Die CES in Bitkom-Kennzahlen: Die Top-Trends auf der CES 2016

Am 6. Januar begann in Las Vegas die internationale Messe für Unterhaltungselektronik: CES. Mit mehr als 3600 Ausstellern und 170.000 erwarteten Besuchern ist die CES inzwischen weit mehr als die wichtigste Consumer-Messe.

Bildquelle: © CES

Zum Start der Messe gibt der Digitalverband Bitkom einen Überblick über zentrale Trends der diesjährigen CES und präsentiert Kennzahlen für die Unterhaltungselektronik in Deutschland.

Die übergeordnete Entwicklung ist auch in diesem Jahr die Vernetzung von Geräten oder Gegenständen per Internet. Diese Vernetzung wird auch als Internet der Dinge beziehungsweise Internet of Things bezeichnet und ermöglicht es, dass Geräte untereinander kommunizieren und so verschiedene Aufgaben für ihren Besitzer erledigen können. Bis zum Jahr 2020 nutzen die Deutschen voraussichtlich rund 100 Millionen vernetzte Endgeräte – Smartphones und Tablet Computer nicht mitgerechnet. Vorangetrieben wird diese Entwicklung durch schnelle mobile Datennetze.

TV-Geräte: auf „4K Ultra HD“ folgt „8K Super UHD“
Verbraucher sind bereit, für Flachbildfernseher mehr zu bezahlen als noch vor einem Jahr. Lag der Durchschnittspreis für ein TV-Gerät 2014 noch bei 556 Euro, gab der Verbraucher 2015 im Schnitt 568 Euro aus, wie aus einer Bitkom-Prognose hervorgeht. „Im Trend liegen hochwertige Geräte mit größeren Bildschirmen und  höherer Auflösung“, sagt Lutter. Auf der CES 2016 wird ein neues offizielles Logo für die Technologie „4K Ultra HD“ mit einer Auflösung von 3.840×2.160 Bildpunkten vorgestellt. Außerdem soll auf der Messe der erste Prototyp eines „8K Super UHD“-Fernsehers präsentiert werden, der mit 7.680×4.320 Bildpunkten auflöst. Zudem setzen Hersteller auf die HDR-Technologie (High Dynamic Range), die bisher nur bei der Fotografie zum Einsatz kam, um dunkle Bildbereiche automatisch zu optimieren. Bei TV-Bildschirmen sorgt HDR für ein besonders kontrastreiches Bild mit einer erweiterten Farbvielfalt.

Smart Home: über eine Million vernetzte Häuser und Wohnungen bis 2020
Nach Bitkom-Schätzungen werden bis zum Jahr 2020 voraussichtlich in einer Million deutscher Haushalte intelligente und vernetzte Sensoren oder Geräte eingesetzt. „Auf dem Markt gibt es immer mehr miteinander vernetzbare Geräte, die immer erschwinglicher werden. Das treibt die Verbreitung von Smart-Home-Lösungen voran“, sagt Tobias Arns, Smart-Home-Experte des Bitkom. Auch auf der diesjährigen CES werden zahlreiche neue Technologien für das Smart Home präsentiert, wie etwa Kameras, die Sensoren für Bewegungen, Temperatur und Luftfeuchtigkeit in einem Gehäuse vereinen und dadurch vielseitig einsetzbar sind. „Auf der CES stellen die Hersteller außerdem innovative Technologien für die Vernetzung des Smart Home mit dem Connected Car vor“, so Arns. Nicht zuletzt zeigen viele Aussteller Neuigkeiten aus dem Bereich der klassischen Unterhaltungselektronik: Vernetzte Audiolösungen wie Bluetooth-Lautsprecher oder Multi-Room-Systeme sowie Smart-TVs und Streaming-Adapter sind längst bei den Verbrauchern angekommen.

Augmented Reality wird massentauglich
Augmented-Reality-Anwendungen ergänzen die Wahrnehmung der Realität durch internetbasierte Zusatzinformationen. So blenden etwa spezielle Apps relevante Zusatzinformationen in das Kamerabild des Smartphones ein. Solche Informationen sind zum Beispiel Angaben zu einer Sehenswürdigkeit, die Geschichte eines Kunstwerks im Museum oder der Kaufpreis einer Immobilie. Damit der Nutzer hierfür nicht immer das Smartphone aus der Tasche holen muss, haben verschiedene Hersteller Smart Glasses entwickelt. Die intelligenten Brillen blenden die Daten direkt in das Sichtfeld der Nutzer ein. Laut Bitkom-Befragung können sich 38 Prozent der Bundesbürger vorstellen, solche Brillen zu nutzen. Die neuesten Modelle werden auf der diesjährigen CES präsentiert.

Virtual-Reality-Brillen: nicht nur etwas für Gamer
Virtual-Reality-Brillen, mit denen Nutzer in imaginäre 3D-Welten eintauchen, sind ebenfalls sehr gefragt. Jeder fünfte Bundesbürger (20 Prozent) kann sich vorstellen, eine solche VR-Brille zu nutzen. Auf einem integrierten Bildschirm zeigt die Brille Videos und Bilder im 3D-Format. Bei neueren Modellen passt sich der Bildausschnitt automatisch den Augen- und Kopfbewegungen der Nutzer an, was zum Beispiel einen direkten Blickkontakt mit virtuellen Personen ermöglicht. Ursprünglich wurden die Brillen für die Gaming-Branche entwickelt. Mittlerweile gibt es zahlreiche kommerzielle Anwendungsmöglichkeiten. So können etwa Piloten in virtueller Umgebung die Flugzeugbedienung üben. Für Ärzte besteht die Chance, riskante Eingriffe digital zu simulieren. Architekten und Städteplaner können damit begehbare Entwürfe erstellen. Ein weiteres Anwendungsbeispiel ist die Besichtigung von touristischen Schauplätzen und Sehenswürdigkeiten, ohne vor Ort zu sein.