Services in EMS: »...der Branche ein Gesicht geben«

Die EMS-Unternehmen haben sich mit Ihrer Initiative »Services in EMS« viel vorgenommen: Sie wollen den Bekanntheitsgrad der Branche erhöhen und Transparenz und Vertrauen für die Kunden schaffen.

Wie sieht das Fazit nach den ersten Monaten aus? Ansgar Schröder, Geschäftsführer von Preh Electronics: »Aus der Initiative ist viel mehr geworden, als wir zu träumen gewagt hatten. Sie bietet die Chance zu mehr, aber wir müssen unsere Hausaufgaben machen.«

Manfred Tillmann, Geschäftsführer von Schlafhorst electronics, ist Mitglied der Initiative; er erklärt: »Die Initiative ’Services in EMS’ soll aufzeigen, welche Möglichkeiten ein EMS-Anbieter einem OEM überhaupt bieten kann.« Das ist aber noch nicht alles. Ansgar Schröder, Preh Electronics: »Ein großes Problem für den Kunden ist, dass er die Angebote von verschiedenen EMS-Anbietern nicht vergleichen kann.«

Es fehle eine einheitliche Angebotsstruktur. Kunden, die sich die Mühe machen und die Angebote auseinandernehmen, um vergleichbare Zahlen zu erhalten, »die sind Wochen damit beschäftigt«. Das soll sich jetzt ändern. Schröder: »Wir wollen Transparenz schaffen, die Angebote einheitlich gestalten.«

Weiter gilt es, Vertrauen aufzubauen. Unternehmen, die ihre Fertigung an einen EMS-Anbieter abgeben, verlieren über kurz oder lang an Wissen im Bereich Entwicklung und Produktion. »Die Unternehmen haben noch die Ideen, welche Produkte man neu in den Markt bringen kann, aber das Wissen geht verloren, wie sie diese wirtschaftlich in der Produktion umsetzen können«, bestätigt Tillmann, »wenn wir unsere Leistungsfähigkeit nach außen tragen, dann geben wir unseren Kunden die Sicherheit, dass wir dieses Wissen für sie bewahren«.

Basisarbeit haben die Verantwortlichen bereits geleistet: Die »Services in EMS«-Mitglieder haben sieben Wertschöpfungsbereiche definiert, die ein »echtes« EMS-Unternehmen ihrer Meinung nach abdecken muss. Dazu gehören die Auftragsentwicklung von Hard- und Software für elektronische und mechatronische Baugruppen, Design, Test, Materialmanagement und Produktion, Logistik und Distribution bis hin zu zahlreichen Dienstleistungen nach dem Verkauf eines Produktes.

Innerhalb dieser Wertschöpfungsbereiche wurden wiederum Mindeststandards festgelegt. Alle Mitglieds-Unternehmen bieten alle sieben Wertschöpfungsbereiche an und verpflichten sich, die festgelegten Standards einzuhalten. Dafür dürfen sie im Gegenzug das Label »Services in EMS« nutzen. Damit soll nun ein einheitliches »Gerüst« stehen, an dem sich die Kunden im Rahmen ihrer Lieferantenauswahl orientieren können.