Seminarreihe zur EuP-Richtlinie

Die EuP-Richtlinie bewertet den Materialaufwand und die Energieaufnahme von Geräten von der Produktion bis zum Recycling. Das klingt aufwendig, bietet aber auch große Chancen. Eine Seminarreihe von Markt&Techik, EBV und Ökopol will Klarheit schaffen.

»Wir wollen die EuP von ihrem negativen Image befreien und den Firmen zeigen, welche Möglichkeiten ihnen die EuP eröffnet, um ihre Produkte von denen des Wettbewerbs zu differenzieren«, sagt Markus Krämer, Business Development Manager Power Supply & Management von EBV. Um die Teilnehmer kompetent und umfassend informieren zu können, wird Dr. Nobert Reintjes von Ökopol ausführlich über EuP, den Ablauf der Entscheidungsprozesse in Brüssel und die Einflussmöglichkeiten auch kleinerer und mittlerer Unternehmen informieren. Im Mittelpunkt steht, wer wie von EuP betroffen wird.

Bisher reagieren mittlere und kleine Unternehmen nach der Beobachtung von Reintjes nämlich vorwiegend mit einer Vermeidungsstrategie auf die EuP-Richtlinie – wenn sie überhaupt davon Kenntnis nehmen. Oft herrscht die Meinung vor, die eigenen Produkte fielen nicht unter die EuP-Richtlinien oder sie lassen sich einfach so umdefinieren, dass sie nicht davon betroffen wären. Wer Bauelemente und Baugruppen fertigt, könnte der Meinung sein, dass er nicht betroffen ist, weil er Produkte mit Geräten gleichsetzt.

Das wäre ein Fehler, denn nach Artikel 11 der EuP-Richtlinien müssen auch die Bauelemente- und Baugruppenhersteller Daten über Material und Energieverbrauch ihrer Komponenten liefern. Und hin und wieder geben sich die Firmen noch der Illusion hin, EuP würde gar nicht erst umgesetzt oder wenn, dann so, dass es sie wiederum nicht betrifft.

Wer so denkt, macht einen doppelten Fehler. Erstens sind hohe Strafgelder fällig und zudem müssen die Firmen Rückrufaktionen starten, wenn die Produkte den EuP-Richtlinien nicht entsprechen. Der finanzielle Aufwand ist also unabsehbar, hier kann ein vermeidungsfreudiges Management die Existenz der ganzen Firma aufs Spiel setzen.

Zweitens eröffnen die neuen Richtlinien neue Chancen. Das beginnt schon damit – und das ist bei mittleren und kleineren Unternehmen bisher ebenfalls viel zu wenig bekannt –, dass Möglichkeiten zur Mitsprache an den neuen Richtlinien bestehen. An den Vorbereitungsstudien der EU, auf deren Ergebnissen dann die Durchführungsmaßnahmen erstellt werden, kann sich jeder beteiligen. Beispielsweise wird in einer solchen Studie ermittelt, was derzeit technisch möglich ist.

Dazu können die Unternehmen ihre jeweils besten Produkte hinsichtlich Energieaufnahme und Materialverbrauch anmelden. Auf Basis dieser Informationen wird das Durchschnittsgerät für eine Klasse ermittelt (Base Case). Daraus leiten sich Ziele und Verbesserungsmaßnahmen und Mindestanforderungen der Durchführungsmaßnahmen ab.