Schwacher Kfz-Absatz und Preisdruck: Ruwel passt Kapazitäten an

Der momentan schwache Kfz-Absatz in Europa macht sich jetzt auch in den Auftragsbüchern der Ruwel GmbH bemerkbar, meldet der Leiterplattenhersteller in einer Mitteilung vom 11. Mai.

Die Kapazität am Standort Geldern müsse deshalb um 10 bis 20 Prozent angepasst werden. Unter anderem geht es um die Entlassung von ca. 110 Mitarbeitern, von denen 70 im Auftrags-Hoch des Jahres 2006 eingestellt worden waren, die meisten von ihnen mit befristeten Arbeitsverträgen. Von der Kernbelegschaft sind demnach 40 Mitarbeiter von Entlassungen betroffen. Mit dem Betriebsrat wurde ein Sozialplan und Interessenausgleich vereinbart.   

Allerdings betont das Ruwel-Management: »Die im zweiten Halbjahr 2006 und Anfang 2007 getätigten Millionen-Investitionen sind ein klares generelles Bekenntnis der Ruwel GmbH auch zum Standort Geldern. Neben qualitätssichernden Prozessen wurde in neue Technologien und einen optimierten Produktionsfluss investiert. Geldern wird auch künftig als Leit- und Entwicklungswerk für das Automotive-Geschäft der Ruwel-Gruppe dienen.«

Im abgelaufenen Jahr 2006 erlebte die europäische und insbesondere die deutsche Automobilbranche einen Absatzboom. Diese Entwicklung verlieh auch der Ruwel GmbH mit Hauptsitz in Geldern spürbaren Aufwind. Ruwel ist der größte europäische Hersteller von Leiterplatten für die Automobilindustrie. Gut 62 Prozent seines Umsatzes in Höhe von 167 Mio. Euro erwirtschaftete das Unternehmen 2006 mit Leiterplatten für die Kfz-Elektronik. Das Werk Geldern mit etwa 550 Mitarbeitern ist fast ausschließlich auf diese Branche fokussiert.