Rumänien wird Osteuropas EMS-Zentrum

Osteuropa läuft China im EMS-Markt den Rang ab: Rumänien hat sich durch Kostenvorteile laut Frost & Sullivan 2008 zu einem der am schnellsten wachsenden Märkte für EMS entwickelt.

Über 1,6 Mrd. Dollar erwirtschaftete der rumänische EMS-Markt 2008. Bis 2014 schätzt Frost & Sullivan das Umsatzpotenzial auf 3,38 Mrd. Dollar. Nachdem EMS-Unternehmen der Produktion in China aufgrund der dort steigenden Lohnnebenkosten zugunsten Osteuropas zunehmend den Rücken kehren, avanciert Rumänien zum bevorzugten Produktionsstandort. Neben niedrigen Löhnen und der strategisch günstigen Nähe zu Westeuropa überzeugt das Land durch attraktive Investitionsanreize von Seiten der Regierung.

Rumänien sei dabei, sich vor anderen osteuropäischen Nachbarn auf lange Sicht zur größten Outsourcing-Industrie im Elektronik-Bereich zu entwickeln, heißt es von Frost & Sullivan. »Betrachtet man die Gesamtkosten, so ist die Fertigung in Rumänien nach Ansicht vieler EMS-Unternehmen gleichzusetzen mit der Produktion in China«, erklärt Analyst Harish Natesan. Für die Produktion in Osteuropa sprechen im Vergleich zu Asien außerdem effizientere Lieferketten, kürzere Wege und bessere Kontrollmöglichkeiten.

Selbstverständlich hängt die Auswahl des geeigneten Outsourcing-Standortes von vielen weiteren Faktoren wie Zollreglements und Transportkosten ab. Produziert ein hiesiger EMS-Dienstleister beispielsweise für den chinesischen Markt, wäre es wenig sinnvoll, die Fertigung nach Europa zu verlagern.