RoHS-Revision: Der Streit um TBBPA geht weiter

Das Umweltbundesamt (UBA) hat sich in Sachen RoHS-Revision zu Wort gemeldet: In seinem jüngst veröffentlichten Newsletter fordert das UBA eine Einschränkung der Verwendung von TBBPA.

Die weltweit tätige Elektronik-Organisation ICP ruft im Gegenzug seine Mitglieder dazu auf, sich für die weitere Verwendung von TBBPA einzusetzen. 

TBBPA ist ein reaktives Flammschutzmittel, das in mehr als 80 Prozent der gedruckten Leiterplatten verwendet wird. Der Stoff hat zwar bereits eine umfassende EU-Risikoeinschätzung bestanden. Eine Studie des Ökoinstituts allerdings stufte TBBPA als gesundheitsgefährdend ein. Mit dieser Argumentationsbasis im Rücken setzen sich Umweltschutzorganisationen vehement für ein Verbot von TBBPA ein, während die IPC für dessen Weiterverwendung kämpft.

Schützenhilfe erhielten die Umweltaktivisten nun vom Umweltbundesamt sowie von der schwedischen Umweltbehörde. Bislang ist der Stoff nicht in den Entwurf der RoHA-Revision aufgenommen. Wie der Europarat letztlich entscheidet, ist noch offen und könnte davon abhängen, welche der beiden Interessensgruppen die bessere Lobbyarbeit leistet.