RTG Cleantech Praxisorientierter Nachweis von Tensiden

Das Unternehmen RTG Cleantech stößt mit der Neuentwicklung eines Tensid-Analysegeräts in eine Marktlücke, denn damit lässt sich erstmals in der Produktion ein praktikables Messverfahren einsetzen. Die dadurch mögliche exakte Bestimmung des Tensid-Gehalts vor Ort führt zu besseren Reinigungsergebnissen und zu einem Qualitätsnachweis gegenüber den Kunden.

Das Unternehmen RTG Cleantech stößt mit der Neuentwicklung eines Tensid-Analysegeräts in eine Marktlücke, denn ­damit lässt sich erstmals in der Produktion ein praktikables Messverfahren einsetzen. Die dadurch mögliche exakte Bestimmung des Tensid-Gehalts vor Ort führt zu besseren Reinigungsergebnissen und zu einem Qualitätsnachweis gegenüber den Kunden

Die industrielle Bauteilereinigung wird längst nicht mehr als notwendiges Übel betrachtet. Im Gegenteil, aufgrund der hohen Anforderungen hat sich die Bauteilereinigung mittlerweile zu einem wertschöpfenden Prozessschritt entwickelt, denn Restverschmutzungen auf Bauteilen können Qualität und Funktion von Produkten beeinträchtigen. Zudem stellt die strenge Umweltgesetzgebung die Anwender vor immer neue Herausforderungen. Besonders interessant in diesem Zusammenhang ist sicher, dass erheblich in Anlagentechnik investiert wird, an der Basis des Reinigungsmediums aber gespart wird. Reduziert man aber die aktiven Tenside, wird das Reinigungsergebnis kontinuierlich schlechter. Dass es dazu zwangsläufig kommt, liegt an der Tatsache, dass Tenside Öle, Fette und Partikel binden und sie mit der wasserabstoßenden Seite nach oben bringen. Über den Ölabscheider werden so auch die Tenside mit ausgeschieden und fehlen so im Reinigungsbad. Je mehr Schmutz aber im Reinigungsbad, umso mehr Tenside werden benötigt. Kurzum, die tatsächliche Tensid-Konzentration war bisher nicht überprüfbar.

Diese Erfahrung musste auch das Unternehmen RTG Cleantech machen – ein Unternehmen, das sich auf die Optimierung von Reinigungsanlagen spezialisiert hat und dieses Problem zum Anlass nahm, zunächst für den Eigenbedarf eine Lösung zu entwickeln. Das Ergebnis ist das Tenside-Messgerät TM 100 (Bild). Im Gegensatz zu den bisherigen Messungen von Tensiden ist es möglich, TM 100 vor Ort, also direkt an der Reinigungsanlage, einzusetzen. Der Geschäftsführer von RTG Cleantech, Oliver Grätz, sieht den messbaren Nutzen des Messgerätes allerdings vorrangig in der Messung an sich: „Die bislang praktizierten Messverfahren sind leider weder anwenderfreundlich noch sicher. So hat man die Möglichkeit, Proben zur Analyse einzusenden. Bei diesen Messungen, die meist mit einem Infrarotspektrometer durchgeführt werden, analysiert man aber nicht die freien, sondern die gebundenen Tenside. Tests mit Küvetten sind vergleichbar, nur dass damit die Kosten für die Küvetten plus die Entsorgung hinzukommen.“

Mit dem TM 100 dagegen taucht eine Messlanze in die Flüssigkeit ein und misst am Grund – also da, wo sich die freien Tenside bewegen – die Oberflächenspannung. Ein Prinzip, das zunächst einfach erscheint, die Entwickler aber vor große Herausforderungen stellte. Einerseits sollte damit die Menge der Tenside über eine Skala sichtbar werden. Anderseits war es wichtig, eine hohe Wiederholgenauigkeit zu erzielen. Die Lösung ist, dass Luft in das Reinigungsmedium eingebracht wird und über komplexe Algorithmen die Oberflächenspannung errechnet wird.

Wirtschaftlichkeit und Qualitätssicherung

So komplex die Entwicklung, so einfach ist der Einsatz des TM 100. So kann das Gerät beispielsweise in einen Reinigungsprozess eingebunden werden. Dazu wird ein Bypass von der Pumpe zum Edelstahlbehälter mit der Messlanze gelegt und der Messprozess über die Steuerung ausgelöst. Die Ergebnisse lassen sich so jederzeit in die Anlage einlesen und der Tenside-Gehalt damit konstant halten. In der mobilen Ausführung dagegen wird für gewöhnlich pro Schicht vom Anlagenbediener eine Probe des Reinigungsmediums entnommen, auf Raumtemperatur gebracht und durch Knopfdruck die Messung gestartet.

Das heißt, mit dem TM 100 sind künftig die Zeiten vorbei, wo nach Gefühl kostenintensive Tenside nachgefüllt wurden. Die Vorteile der Wirtschaftlichkeit und Qualitätssicherung haben, obwohl das Gerät erst seit sechs Monaten auf dem Markt ist, mittlerweile zahlreiche Unternehmen erkannt. So setzt zum Beispiel ein Rohrhersteller für einen großen deutschen Stahlkonzern auf das TM 100. Das Problem lag hier bislang darin, dass Tenside und alkalische Builder über eine externe Anlage dosiert wurden. Das Problem solcher Komplettreiniger ist die Nachdosierung, denn dadurch nimmt die Alkalität unnötig zu. Die Folge ist, dass die Materialoberfläche der Teile angegriffen werden kann und es zudem zu einer Schaumbildung kommt.

All diese Probleme scheinen mit dem RTG-Tensid-Analysegerät künftig der Vergangenheit anzugehören, denn damit stimmen nicht nur die Tenside-Konzentration und das Reinigungsergebnis, sondern man leistet damit auch einen Beitrag zur Umwelt und kann gegenüber dem Kunden einen Qualitätsnachweis führen.