LPKF mit zweistelligem Umsatzplus im Vorjahresvergleich

»Aus der Finanzkrise werden die Unternehmen gestärkt hervorgehen, die sich mit neuen Produktionsverfahren und technisch innovativen Produkten vom Wettbewerb abheben«, meint Dr. Ingo Bretthauer, Vorstandssprecher LPKF Laser & Electronics, und nennt damit gleichzeitig sein Erfolgsrezept.

Allein die Zahlen von LPKF sprechen für sich: Der aktuelle Quartalsbericht weist ein zweistelliges Plus an Umsätzen und Auftragseingängen gegenüber dem Vorjahr aus. So kletterte der Umsatz im ersten Quartal 2009 um 19 Prozent auf über 10 Mio. Euro gegenüber 8,4 Mio. Euro in 2008.

Knapp 10 Prozent des Umsatzes investiert LPKF in die Produktentwicklung, etwa 20 Prozent der ca. 370 Mitarbeiter beschäftigen sich ständig mit der Optimierung der auf dem Markt befindlichen Systeme, der Software oder den Bearbeitungsprozessen: Damit sichert und stärkt der Garbsener Spezialist für die Mikromaterialbearbeitung per Laser die eigene Marktposition und eröffnet seinen Kunden die Möglichkeit, neue Produktionsformen optimal in die eigene Fertigung zu integrieren.

Neue Lasersysteme verkürzen Entwicklungsprozesse

In den letzten zwölf Monaten hat LPKF mit zwei laborgeeigneten Lasersystemen für die Mikromaterialbearbeitung für Aufsehen in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen gesorgt: Ein IR-Laser dient im »ProtoLaser S« der Strukturierung von Schaltungsträgern. Das System überträgt Schaltungsentwürfe auf laminierte Materialien, keramische Substrate oder PET-Folien in nur wenigen Minuten und in bislang unerreichter Präzision. Ebenfalls neu im Programm ist der »ProtoLaser U«. Dieser UV-Laser gilt als Allzweckwerkzeug in der Mikromaterialbearbeitung. Er schneidet stressfrei bestückte und unbestückte Leiterplatten aus größeren Nutzen, bohrt Löcher und Microvias, strukturiert TCO/ITO-Beschichtungen und LTCC, öffnet Lötstopplack oder schneidet Prepregs.

Beide Systeme sind mit einer leistungsfähigen Software zur Übernahme von Layoutdaten und umfangreichen Bibliotheken für Material- und Laserparameter ausgestattet. Wiederkehrende Jobs lassen sich als automatisierte Abläufe speichern, so dass im abgesicherten Bedienermodus keine intensiven Systemkenntnisse erforderlich sind. Im Expertenmodus haben Benutzer Zugriff auf alle Systemparameter. »Mit den beiden neuen ProtoLasern lassen sich Schaltungen und Schaltungsträger in wenigen Minuten erzeugen. Damit schrumpft der Entwicklungsprozess von mehreren Wochen auf wenige Tage zusammen, und die sensiblen Daten bleiben im eigenen Haus. Einige unserer Kunden setzen diese Systeme auch als Produktionsanlagen ein und verzichten auf eine Lagerhaltung von teuren HF-Schaltkreisen «, so Bretthauer.

Laser in der »dritten Dimension«

Als weiteren wichtigen Innovationstreiber sieht Bretthauer die von LPKF entwickelte LDS-Technologie. Dabei erlauben dreidimensionale Schaltungsträger (Molded Interconnect Devices: MID) ein neues Schaltungslayout und übernehmen auch mechanische Funktionen. Insbesondere Antennen in Mobiltelefonen und Smartphones profitieren vom Platzgewinn, aber auch in der Sicherheitstechnik und im Automotive-Bereich haben sich LDS-Komponenten ihren Platz erobert.

Das Prinzip: Ein Laserstrahl strukturiert ein Bauteil, das aus Kunststoff im Einkomponentenspritzguss hergestellt worden ist. Der verwendete Kunststoff ist mit einem Additiv versehen, das als Metallisationskeim auf der strukturierten Fläche wirkt.

Ein stromloser Metallisierungsprozess in einem Galvanikbad versieht das Bauteil sehr präzise mit den geplanten Leiterstrukturen – so entstehen kompakte Handyantennen, komplexe Bedienelemente für Premiumfahrzeuge oder Sensoren für den Alltagsbetrieb im Automobil. Die neue Generation von Lasersystemen – das Lasersystem LPKF Fusion3D – strukturiert LDS-MID-Bauteile aus bis zu vier Positionen gleichzeitig. Das reduziert die Taktzeiten auf ein Viertel der bisherigen Bearbeitungsdauer und erhöht die Wirtschaftlichkeit deutlich.

»3D-Schaltkreise geben dem Entwickler völlig neue Designmöglichkeiten, reduzieren den Platzbedarf und sparen Montagekosten.« Darauf führt Bretthauer auch den wirtschaftlichen Erfolg der Sparte 3D-MID zurück: Zulieferer der Mobiltelefonhersteller stehen unter massivem Kostendruck und fragen daher diese Produktionssysteme zur Kostensenkung verstärkt nach.