Letron electronics: Neuausrichtung nach der Übernahme

Der EMS-Anbieter Letron electronic, ehemals Vogt electronic Letron, ist seit Ende 2007 am Start, mit großen Plänen für die Zukunft, so z.B. eine eigene Entwicklungsabteilung, erweiterte Testmöglichkeiten und EMS-Prototyping als neuer Geschäftsbereich.

Markt&Technik: Herr Franke, eines Ihrer Ziele ist es, das Thema Entwicklung in den Fokus zu rücken und eine eigene Entwicklungsmannschaft aufzubauen. Bislang decken Sie diesen Part mit einem Netzwerk von spezialisierten Ingenieurbüros ab…

Carsten Franke: Ja, das ist richtig. Wir wollen das Thema Entwicklung deutlich stärker als bisher adressieren. Noch sind wir mit dem Aufbau der schlagkräftigen Entwicklungsmannschaft beschäftigt, wir suchen nach wie vor nach kreativen Köpfen. Denn die Personalfindung gestaltet sich schwierig – wie zu erwarten war – denn das Ingenieurwesen hat bundesweit Konjunktur. Trotzdem sind wir auf einem guten Weg und liegen voll im Zeitplan. Im Übrigen haben wir auch den Vertrieb erweitert und neue Vertriebsingenieure eingestellt und auch eine etablierte Handelsvertretung an uns gebunden.

Im Vorfeld haben Sie das Thema »hauseigene Entwicklung« noch einmal auf den Prüfstand gestellt…

Was eine Entwicklungsabteilung bieten muss, dass wollten wir natürlich genau wissen – und zwar von unseren Kunden. Das gilt übrigens auch für einige andere Projekte wie Prototyping, EDV, Einkauf und Verlagerung. Speziell zum Thema Entwicklung haben wir einen Fragenkatalog über die zukünftigen Anforderungen der Kunden erstellt. Wir haben 50 Bestands- und Neukunden befragt – unter Einbindung des Fraunhofer-Instituts und der Steinbeiss-Stiftung.

Was hat diese Umfrage ergeben?
 
Exemplarisch möchte ich hier das Ergebnis für die Service-Inhalte der Entwicklung nennen. Hier gibt es eine klare Aussage zugunsten des Co-Engineering. Nur ca. 25 Prozent der repräsentativen Kunden suchen demnach den intellektuellen Überflieger mit konzeptioneller Komplettentwicklung neuer Produkte. Dem gegenüber erwarten 75 Prozent der befragten Kunden ein produktionsnahes Co-Engineering von ihrem EMS-Partner. Anhand dieser Ergebnisse haben wir dann die Anforderungsprofile für unsere Entwicklungsmannschaft erarbeitet.

Optimiert wird auch das Prototypengeschäft inklusive der Logistik, in das entsprechende Equipment wird bereits investiert…

Wir wollen den Kunden eine vollumfängliche Unterstützung entlang der Wertschöpfungskette bieten. So hat der Kunde zukünftig die Möglichkeit, auf unsere optimierten Logistikprozesse zur Bauteilebeschaffung für die Prototyping-Aufträge zuzugreifen. Verhandlungen mit Partnern für die Prototypen-Supply-Chain sind im vollen Gange.

Der Umbau der Produktion mit separiertem Bereich für die Protofertigung wird noch in diesem Monat fertig gestellt. Für unsere Kunden haben wir freie Kapazität auf einer eigens dafür installierten Proto-Linie. Unser Service ist gestaffelt und startet mit Lieferungen ab 3 Arbeitstagen bis hin zu 15 Arbeitstagen inklusive Materiallogistik. Test und Dokumentationsservice für die Kunden-Produkte ist wahlfrei mit zu beauftragen. Auch eine Protoproduktion unter Serienbedingungen mit dokumentierten Vorschlägen zur Produktoptimierung wird von uns angeboten.