Leiterplattenmarkt im November: Die Krise ist angekommen

Der ZVEI hat die Zahlen zum deutschen Leiterplattenmarkt im November 2008 veröffentlicht. Der Umsatz sank auf den niedrigsten Novemberwert seit Erstellen der Statistik, der Auftragseingang brach um die Hälfte ein.

Der ZVEI-Fachverband Electronic Components and Systems berichtet von einem Umsatzrückgang von 20,7 Prozent gegenüber dem Vormonat und 26,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Der kumulierte Umsatz, der sich in den ersten zehn Monaten noch leicht über dem Vorjahreswert halten konnte, rutschte damit im November 3,7 Prozent unter den Wert des Jahres 2007.

Der Auftragseingang fiel ebenfalls auf einen langjährigen Tiefpunkt. Während im Vormonat lediglich Aufträge zeitlich verschoben wurden, kamen im November die ersten Stornierungen. Der November wies nur noch den halben Wert der Oktoberbestellungen auf und 40 Prozent weniger als der Vorjahresmonat.

Überrascht wurde die Branche von der Schnelligkeit, mit der sich die Lage grundsätzlich geändert hat. Die im November von den Kfz-Herstellern angekündigte Kurzarbeit zum Jahreswechsel verschlechterte sofort die Auftragslage.

Bei den Unternehmen herrschte zum Zeitpunkt der Umfrage große Unsicherheit über die weiteren Marktentwicklungen. So durften die Hersteller beispielsweise angefangene Aufträge nicht mehr weiter fertigen, bis neue Anweisungen von den Kunden kommen. Eine derartige Situation gab es bislang laut ZVEI noch nie, so dass den Marktforschern eine Prognose über die weitere Entwicklung kaum möglich ist.

Das Book-to-Bill-Ratio ist mit einem Wert von 0,82 gegenüber Oktober um ein Drittel gefallen. Dies ist der niedrigste November-Wert seit 1994. Aufgrund der schlechten Geschäftslage bauten die Unternehmen Stellen ab: Die Mitarbeiterzahl verringerte sich gegenüber dem November des Vorjahres um 3,6 Prozent. In den kommenden Monaten erwartet die Branche weitere Entlassungen.