Leiterplatten: Asien boomt, Deutschland bleibt Europas Nr. 1

Erstmals überschreitet der weltweite Leiterplattenmarkt 2007 die 50-Milliarden-Grenze. Obwohl sich Asien Dreiviertel des Kuchens gesichert hat, stehen deutsche Unternehmen gut da, wenn sie ihre Vorteile nutzen.

Der Leiterplattenmarkt wuchs 2007 gegenüber dem Vorjahr weltweit um 8,7 Prozent auf 51,5 Mrd. US-Dollar. Dies gab der Verband der Leiterplattenindustrie (VdL) und der ZVEI-Fachverband Electronic Components and Systems bekannt. Der größte regionale Umsatzanteil entfällt dabei erneut auf Südostasien mit Japan und China: 73 Prozent des weltweiten Umsatzes wurde 2007 in diesen Ländern erwirtschaftet. Auch in Sachen Wachstum ist Asien auf Platz Eins: Der größte Zuwachs wurde in Südostasien mit plus 10,6 Prozent (2,7 Mrd. Dollar) erzielt.

Europa überholt Amerika

2007 war erstmals der europäische Markt größer als der amerikanische. Das europäische Marktvolumen steigerte sich um 800 Mio. Dollar auf 6,4 Mrd. Dollar (plus 14,3 Prozent). Der Anteil am Weltmarkt beträgt damit 12,4 Prozent. Das Umsatzwachstum im amerikanischen Markt fiel weit geringer aus: Mit plus 3,3 Prozent erreichte der amerikanische Markt 6,3 Mrd. Dollar.

Trotz kräftigem Umsatzwachstum ging das europäische Produktionsvolumen zurück. Von letztjährig 2,7 Mrd. Euro schrumpfte es auf 2,5 Mrd. Euro im Jahr 2007. Trotzdem sieht Wolfgang Bochtler, Vorsitzender des VdL, die Sache positiv. Seit 2002 sei das Produktionsvolumen in Europa nahezu konstant bei ungefähr 1,4 Mrd. Euro geblieben – trotz steigender Rohstoffpreise, und das allein spräche schon für die europäische Leiterplattenindustrie.

Die Hauptabnehmer europäischer Leiterplatten waren 2007 mit 31 Prozent die Industrieelektronik und mit 22,5 Prozent die Kfz-Elektronik, gefolgt von der Telekommunikation mit gut 17 Prozent. Die Segmente Industrieelektronik und Medizintechnik erlebten Steigerungsraten von zwölf Prozent. Hier sind es vor allem Kleinserien in anspruchsvoller Ausführung, die verstärkt im Inland gefertigt werden. Laut ZVEI fanden im Jahr 2007 außerdem Rückverlagerungen nach Europa statt, hauptsächlich aufgrund von Qualitätsproblemen asiatischer Hersteller, was sich ebenfalls positiv auf den europäischen Markt auswirkte.

Die Anzahl der europäischen Leiterplattenhersteller ging im Vergleich zum Vorjahr erneut zurück; von bisher 342 Unternehmen sind jetzt noch 319 im Geschäft. »Hier hat es besonders die kleinen Unternehmen mit einem Umsatz bis 10 Mio. Euro erwischt, denen Investitionskapital fehlt«, so Bochtler.