Koenen Group eröffnet Application-Center

Am Firmenstammsitz der Koenen Group in Ottobrunn bei München entsteht ein neues Application-Center für Druckversuche, Grundlagenforschung und Schulungen im Bereich Präzisionssieb- und Präzisionsschablonendrucktechnik.

»Wir wollen den Anwendern konkrete Projekthilfe anbieten, das ist die Idee hinter unserem Application-Center«, so Harald Grumm, Leiter Applikation im Hause Christian Koenen. Im Fokus stehe der Lotpastendruck, »der für viele Anwender immer mehr zur Herausforderung wird.« Das Problem: Bauteile und Baugruppen werden immer kleiner, »die fortschreitende Miniaturisierung bringt den Druckprozess zunehmend in Grenzbereiche«, so Grumm, »nur wenn Schablone, Lotpaste, Equipment und Druckparameter optimal auf einander abgestimmt sind, dann lässt sich in der Produktion ein gutes Druckergebnis erzielen.«

Doch solch eine Prozessoptimierung ist zeitintensiv – und Zeit ist bei den Anwendern knapp. Grumm: »Kaum ein Kunde kann es sich leisten, auf einer Linie Probedrucks zu fahren anstatt zu produzieren.« Die Koenen Group übernimmt nun diese Prozessoptimierung: Die Anwender können die Leiterplatten und die verwendete Lotpaste einschicken, anhand von unterschiedlichen Schablonenlayoutvarianten und Produktionsparametern führt die Koenen Group dann Druckversuche durch. Die ermittelten optimalen Parameter werden gespeichert und fließen künftig in die individuell gefertigten Schablonen der Kunden ein. Grumm: »Mit dieser optimalen Anpassung der Schablonenparameter schaffen wir die Basis für stabile und reproduzierbare Fertigungsprozesse.«

Das Application-Center steht zudem Kunden und Partnern der Koenen Group als Plattform für Schulungen, Druckversuche und Forschungsaufgaben zur Verfügung. Die Firmen der Koenen Group selbst werden das Application-Center nutzen, um die im eigenen Haus hergestellten Präzisionsschablonen und Präzisionssiebe unter Produktionsbedingungen zu testen.
Zur Grundausstattung des Application-Center gehören neben Schablonendruckern der Hersteller Ekra (X5 STS), ERSA (Versaprint S1) und Essemtec (SP 900) auch ein »Zevac Onyx 24«-Selektivlötgerät, eine Wagenbrett-Wafer-Balling-Maschine sowie umfangreiches Mess- und Qualitätssicherungsequipment.

Eine 3D-Koordinaten-Messmaschine, mit der Präzisionsschablonen und -siebe vollautomatisch über eine aktive Messfläche von 700 x 700 mm² mit einer Genauigkeit von ±1 µm auf Positionierung und Padlage vermessen werden können, gehören genau wie zwei ScanCheck1+-Geräte zur Kontrolle von Padgröße und Padgeometrie und ein Messmikroskop mit 1000-facher Vergrößerung zur produktionsrelevanten Standardausstattung. Für eine aussagekräftige Bewertung der erzielten Druckergebnisse stehen jetzt auch ein berührungsloses »Cyber Technologies CT 300«-3D-Lasermessgerät mit einer Genauigkeit von 100 nm und ein M205C-Leica-Stereomikroskop mit 100-facher Vergrößerung für 3D-Betrachtungen zur Verfügung. Damit schließt sich die Kette für die Fertigung, Kontrolle und Optimierung hochwertiger Präzisionsschablonen und Präzisionssiebe.