Ist Outsourcing (k)ein Königsweg?

Laut einer im Auftrag des VDI erstellten Studie sinkt oft die Produktivität von Unternehmen, je mehr Produktionsschritte sie auslagern. Wir haben die EMS-Dienstleister Sammina, SRI und Paragon Firstronic zu ihrer Meinung zum Thema Outsorcing gefragt.

Outsourcing lohnt sich nicht in jedem Fall. Je mehr Geschäftsprozesse Unternehmen auslagern, desto geringer ist oft ihre Produktivität. So lautet das Ergebnis einer kürzlich im Auftrag des VDI (Verein Deutscher Ingenieure) erstellten Studie des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) zum Thema »Outsourcing«.

Betriebe mit einer hohen Fertigungstiefe erreichen im Gegensatz zum Durchschnitt der Industrie eine um mehr als 8 Prozent höhere Produktivität. »Für Unternehmen bedeutet das, dass sie durch Outsourcing ihrer Produktion nicht zwingend Kosten sparen«, sagt VDI-Präsident Prof. Bruno Braun. »Schlanker und schneller ist nicht automatisch besser.«

Transaktionskosten mit Zulieferern, Abhängigkeiten und Zulieferermargen seien häufig Punkte, die Unternehmen unzureichend berücksichtigten, wobei die Betriebsgröße keine Rolle spiele. »Zurückhaltung beim Outsourcing oder, wo sinnvoll, aktives Insourcing steigert dagegen die Produktivität um teilweise mehr als 10 Prozent«, erklärt Braun. Allein im vergangenen Jahr betrug das geschätzte Volumen von ausgelagerten Geschäftsprozessen in Deutschland etwa 16 Mrd. Euro.

»Durch Outsourcing erhöhen Unternehmen aber nicht zwangsläufig ihre Wettbewerbsfähigkeit «, so Dr. Steffen Kinkel, Leiter des Competence-Centers Industrie- und Serviceinnovationen, Fraunhofer ISI. Als Argumente für die Eigenproduktion nennt Kinkel niedrigere Kosten durch verminderte Abstimmungsprozesse, erhöhte Flexibilität in Engpasssituationen und eine dynamischere Steuerung von Kapazitäten. Zudem bleiben Kernkompetenzen der Fertigung im Unternehmen. Dabei beruft sich Kinkel auf Aussagen von Unternehmen, die ihre Fertigung wieder ins Haus zurückgeholt haben. 

Die Meinungen der EMS-Unternehmen: